Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 778,wm-3
Mossdorf, Friedrich [Hrsg.]
Encyclopädie der Freimaurerei: nebst Nachrichten über die damit in wirklicher oder vorgeblicher Beziehung stehenden geheimen Verbindungen; in alphabetischer Ordnung (N bis Z)
1828
Seite: 505
(PDF, 183 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/hesse1828/0529
TEMPELHERBEN - ORDEN.

Ö05

Geschichtforschex wichtigen
Nachweisungen enthält.]

\Von dem Zwecke des
Temp elh erren ordens.
Nach, der Meinung des
Brs. von Wedekind in der
Schrift unter der vor. Nr.-65,
hatte der Orden der Jesuiten
den ohenB. 2, S. 126 f., angegebenen
Zweck, der Tem-
pelherrenorden aber die
Gründung einer allgemeinen
Adeh aristokratie," o d er, w i e
ersichS. 115 bestimmter ausdrückt
, den Umsturz aller
Throne und die Aufstellung
einer allgemeinen europäi~
sehen Adehrejpublih y welche
ganz und gar nicht papstlich
, aber in ihrer Geheim-
lehre auch nicht christlich,
seyn wollte,u zu seinem
Ziele. Dagegenbemeifktder
Ree. in der „Jena, A, L.Z.U
v. J. 1820, Num. 29, Sp. S.

230 f.:

„Hr. *>. W. schliefst Diefs" [S.
115] ,, vorzüglich aus dem Umstände
, weil der ganze Orden aus
Gliedern adeliger Familien bestanden
habe, denen die stete
Unterthänigkeit unter Papst u.
Fürsten unerträglich- gewesen
sey. Allein, die Prämisse" [der
Vordersatz] des Schlusses ist
falsch; denn seit dem J. 1172
wurden auch Priester u. andere
Cleriker in den Orden aufgenommen
und bei ihrer Aufnahme
niemals darnach gefragt, ob
sie von adeliger Geburt, oder
Ritter, Seyen. S.Munter's Abh."
[oben B. 1, S. 3*> Sp. bi] , J)er
Orden, war also aus den drei
Machtparteien der Zeit, aus .Rittern
, Priestern u. Mönchen, zusammengeschmolzen
j die Geistlichen
aber, die so gern und in
rofser Menge in den Ternpelor^
en aufgenommen wurden,
konnten kein AdeUinteresse haben
und theilen; Es rnufs also
der Zweck des Ordens ein umfassenderer
gew.esen seyn; auch
war er gewifs weniger egoistisch,
als der Verf., anzunehmen, geneigt
ist. So wenig man an Rugo
von Rayens Spuren If on Eigennutz
und Selbstsucht entdeckt s
ebenso wenig wird man in dem
letzten Ordensgrofsmeister, dem
grofssinnigen Jakob von Molay>
einen Egoisten erkennen. Das
Ringen des Ordens nach dem
Monopole des Handels und nach
unermefslichem Gütherbesitze
wollte nur die Mittel erstreben
zi.r Ausführung eines weltbür~
gerlichen, die Menschen im Auge
.haltenden Zweckes. Dieser war
kein anderer, als ; Läuterung der
vielf ach "befleckt en Religion, Wie*
derauf erhebuyig das einf achenreir
nen Christenthums, und dadurch
Vertreibung aller weltlichen und
geistigen Tyrannei von der Erde,
nach Wiederaufraffung der
christl. Völker aus ihrer plan-
mäfsig unterhaltenen Geistesfin-
sternifs und ihrem mit Fleifs
ungehemmten Sündenstrudel.
Darauf deuten hin dieMysterien
der Templer, ihr Baphomet (*7-
luminatio mentis), ihr Anspucken
des katholischen Crucifixes und
der Marien- u., Heiligenbilder,
ihreUnterlassung derElevation"
[Emporhebung] „der Hoitie
bei'm Abendmahle, die Inschrift
ihrer Ordensfahne: „„Nonnabis
, Dornine, nonnobis, ,sedno-
mini tuo, Gloriam [Nicht uns,
Herr*) nicht uns, sondern deinem
Namen, sey der Jfiükm^ l" " und
dergleichen. Es deutet auch darauf
hin das Grausen erregende
Schicksal des der Ketzerei und


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