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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (13.1951, Heft 2)
1951
Seite: 56
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1951-02/0014
Basel geschenkt hatte.22) Von dieser Zeit an erweiterte sich das Gebiet des Basler
Bischofs in rascher Folge. 1008 schenkte der Breisgaugraf Byrtilon (Berthold)
das von ihm im Jahre 993 gegründete Frauenkloster Sulzburg, das er mit Gütern
in Weil, Badenweiler, Riedlingen und Buggingen, Rimsingen, Reute, Holzhausen
und Vörstetten ausgestattet hatte,23) 24) der Kirche von Basel. Gleichzeitig übergab
er aus seinem Eigenbesitz an das Hochstift Höfe in Seefelden und Bischoffingen
.24) Bader berichtet von Schenkungsbriefen über dieselben Gegenstände, die
schon von Otto III. (ohne Zeitangabe) und später 1004 von Heinrich II. herrühren
sollen,25) doch finden sich in den Diplomata keine Belege für diese
Behauptung. Einem Schenkungsbrief Otto III. vom 22. Juni 993 zufolge übergab
er zu diesem Zeitpunkt seinen Besitz in Sulzburg der Kirche des hl. Cyriakus.'6)

In der schon oben genannten Urkunde des Papstes Innozenz II. von 1139
sind des weiteren eine Reihe von Orten genannt, in denen dem Bistum der
Besitz von Gütern bestätigt wird, dessen Herkunft dunkel bleibt. Doch kann
auch hier angenommen werden, daß ihr Erwerb der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts
zuzurechnen ist, wo in Heinrich II. und Konrad II. die hauptsächlichsten
Begründer und Förderer des Eigenlbesitzes der Basler Kirche auch festzustellen
sind. In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts aber ist eine Güterbewegung
im bischöflichen Grundbesitz kaum zu erkennen. Zwar ist diese Zeit als ausgesprochen
urkundenarm zu bezeichnen, doch erscheinen in späteren Jahren nur
noch wenige neue Ortsnamen, sodaß angenommen werden kann, daß nach
Konrad II. in den rechtsrheinischen Gebieten nur unwesentliche Erweiterungen
des bischöflichen Grundbesitzes erfolgt sind. Wohl ist der Basler Bischof Burckhard
von Hasenburg gerade in den Zeiten tiefster Demütigung treu zu Kaiser Heinrich
IV. gestanden und hat ihn selbst nach Canossa begleitet;27) jedoch ging ja
der Kampf zwischen Kaiser und Papst damals gerade um die germanische Eigen-
kirchenidee und es ist daher unwahrscheinlich, daß zu jener Zeit der König diaran
interessiert sein konnte, das Gut der Kirche zu erweitern. Begründeter scheint die
Vermutung, daß der Erwerb auch dieses Besitzes auf Heinrich IL, vielleicht auch
auf Konrad IL, zurückzuführen ist.

In der Urkunde von 1139 nun wird als Besitz der Hochkirche genannt: ein
Hof in Haltingen samt Kirchensatz, ein Hof in Istein, Höfe und Kirchensatz in
Kirchhofen und dessen Filialen Staufen, Ambringen, Ehrenstetten und Offnadingen
, ein Hof in Umkirch, der Kirchensatz daselbst, dazu dasselbe Recht in
Merdingen, Gottenheim, Lehen und Zähringen, weiter Höfe in Bickensohl, Burkheim
und Hochstetten bei Breisach. Es wird in derselben Urkunde von einem
Kirchensatz über Acheim gesprochen, worunter Trouillat Aachen verstehen will.
Wahrscheins lieh aber handelt es sich um Auggen28), da die Ortsbezeichnung
Acheim mit andern im badischen Oberland und am Kaiiserstuhl gelegenen Orten
erscheint210). Auch der Dinghof in Tiengen lam Tuniberg dürfte um die gleiche
Zeit zum Hochstift gekommen sein30).

Nach einer Bestätigungsurkunde Heinrichs III. vom 1. Juni 1048 hat die
ecclesia Basiliensris auch Güter in Auggen und Müllheim sowie, was sehr erstaun-

22) M. G. Diplomata Heinrichs IL Nr. 117.

2S) Trouillat: Bd. 1, S. 137. Urkunde des Grafen Berthold.

24) Trouillat: Bd. 1,S. 149. Urkunde des Grafen Berthold.

25) Bader: Regesta des ehemaligen Hochstifts Basel von 999 bis 1280, a. a. O. S. 210.,

26) M. G. Diplomata Otto III. Nr. 129.

27) Rohr: a.a.O. S. 12.

28) Krieger: Topographisches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, S. 27.

29) Trouillat: a.a.O., Bd. 1, S. 274 ff. Urkunde Papst Innozenz II.

30) Mayer-Edenhauser: a.a.O. S. 239.

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