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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (13.1951, Heft 2)
1951
Seite: 58
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1951-02/0016
lunig40), scheint die Aussage der Bestätigungsurkunde über diesen Vertrag, die
Bischof Ortlieb 1146 abgab und in der er St. Ulrich dem Ort Celle gleichsetzt41),
zutreffender; denn einmal wäre nicht; verständlich, wiarum das Kloster näher
gelegene Güter gegen weiter entfernte eingetauscht haben soll; es ist wahrscheinlicher
, daß es seinen Besitz um das Kloster herum erweitern wollte. Zum andern
aber deutet der Name Celle auf das Vorhandensein einer Einsiedelei oder eines
Klosters hin, wohingegen dafür in der Umgebung von Rimsingen keinerlei Anhaltspunkte
vorliegen. Wann allerdings das Hochstift Celle erhalten hat, ist nicht
feststellbar, doch dürfte auch dieser Erwerb der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts
zugerechnet werden.

Etwa 60 Jahre später hören wir, daß zwei Ritter namens Heinrich und
Trudwin ihr Schloß Waldeck „sitam in monte teutonice dioendo an dem
Blauen"42), dessen ehemaliger Standort nahe Tegernau im kleinen Wiesantal zu
suchen ist, dem Hochstift schenken. Konrad III. bestätigte 1149 diesen Erwerb43).
Nach der durch ein Erdbeben 1356 erfolgten Zerstörung der Gebäulichkeiten
blieben jedoch noch immer die dazu gehörigen Güter und Rechte in der Hand
des Bischofs.

Ob der Erwerb der hochstiftischen Dörfer Schliengen, Mauchen, Steinenstatt,
Huttingen und Binzen, die einige Zeit später und durch mehrere Jahrhunderte
den Kern des bischöflichen Besitzes auf dem rechten Rheinufer darstellten, erst
im 13. Jahrhundert oder schon früher erfolgte, ist nicht genau nachzuweisen.
Wohl behauptet Trouillat, daß diese Orte mit Ausnahme von Binzen zu Anfang
des 11. Jahrhunderts zum Bistum Basel gekommen seien,44) doch enthält er uns
seine Quelle vor. Urkundlich werden die Dörfer Schliengen, Mauchen und Steinenstatt
gegen 1300 erstmals genannt als Lehen des Hochstifts in der Hand
der Ritter von Usenberg.45) Diese drei Ortschaften haben, soweit man zurückverfolgen
kann, das gleiche Schicksal. Im Zusammenhang mit ihnen taucht in
Urkunden mehrfach der Name Altikon oder Altiko auf. Trouillat will diesen
Ort dem heutigen Dorf Haltingen gleichsetzen,46) das an anderer Stelle meist
allein oder zusammen mit Gütern in der nächsten Umgebung von Basel genannt
ist. Zutreffender dürfte damit der heutige Ortsteil Altingen in Schliengen gemeint
sein, der im Tal gegen Liel ursprünglich mit einer Mühle und ein paar Häusern
getrennt von Schliengen selbst ein eigenes Gemeinwesen bildete. In Binzen
hingegen taucht 1343 zum erstenmal das Hochstift als Grundbesitzer in einer
Urkunde auf, nach! der bereits 1295 Propst Luthold vom Hochstift Basel als
Kirchherr von Binzen erscheint.47) Die Basler Güter und Leibeigenen dieserorts
sowie in Schallbach und Rümmingen hatte Markgraf Rudolf II. von Hachberg-
Sausenberg und Rötteln zu Lehen. Er verpfändet© sie mangels baren Geldes
seiner Gattin Katharina von Thierstein für 100 Mark Silber als Morgengabe.48)
Huttingen schließlich finden wir 1352 beim Heimfall der dortigen Lehen an

40) Trouillat: Bd. 1, Seite 207. Urkunde Bischof Burckhards.

41) Trouillat: Bd. 2, Seite 17. Urkunde des Bischofs Ortlieb und Krieger a. a. O.
Seite 102.

42) Trouillat: Bd. 4, Seite 403. Urkunde des Bischofs Johann von Wien.

43) Trouillat: Bd. 1, Seite 313. Urkunde Konrads III.

44) Trouillat: Bd. 2, Seite LH.

45) Trouillat: Bd. 3, Seite 12. Auszug aus dem Lehnsbuch.

46) Trouillat: Bd. 2, Seite LH.

47) Trouillat: Bd. 3, Seite 676. Urkundenkopie aus dem 17. Jahrhundert.

48) Trouillat: Bd. 3, Seite 554. Urkunde des Markgrafen Rudolf von Hachberg-
Sausenberg.

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