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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (13.1951, Heft 2)
1951
Seite: 91
(PDF, 11 MB)
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b.) Der wirtschaftliche Zustand.

1. Allgemein.

Auch in wirtschaftlicher Beziehung war die Lage nicht erfreulicher als auf
anderen Gebieten. Die meisten Bewohner der Herrschaft trieben Landwirtschaft,
wobei der Weinbau eine besondere Rolle spielte. Neben 2 919 Juchart Ackerland,
429 J. Wiese und 421 J. Wald waren 754 J. mit Reben bepflanzt. Das Rebland
betrug fast ein Fünftel des bebauten Bodens überhaupt. 204). Das kultivierte Land
stand aber in keinem Verhältnis zur Bevölkerungszahl, außerdem wirkte sich die
geringe Wiesenfläche auf die Viehwirtschaft nachteilig aus. Durch mangelnde
Intensität der Bearbeitung und veraltete Methoden gewannen die Menschen
gerade das Notwendigste zum Leben; lediglich der Weinverkauf brachte einige
Bareinnahmen.

Obwohl die Landschaft durch die Nähe Basels und die große Handelsstraße
Frankfurt—Basel eine günstige Lage hatte, befanden sich Handel und Gewerbe
sehr im Argen. Das durch beschränkte Zunftverhältnisse und Mißbräuche niedergehaltene
Handwerk befriedigte gerade die bescheidenen Bedürfnisse der Bewohner
. Kein Meister war anzutreffen, der geschickt genug gewesen wäre, seine
Materialien aus erster Hand zu beziehen und für den Handel zu arbeiten.20")
Die früher üblichen 2 Jahr- und verschiedene Wochenmärkte, die in Schliengen
stattgefunden hatten, waren seit langem eingestellt.206)

Landvogt von Calm schlug daher dem Markgrafen vor, durch Polizeimaßnahmen
und Unterstützungen die allgemeine Wirtschaft zu beleben und dem
Stand des angrenzenden badischen Gebietes anzugleichen.

2. Die Besitzverhältnisse.

Entgegen allen Erwartungen wurde festgestellt, daß der landesherrliche
Besitz sehr bescheiden war. In Schliengen gehörten dem Hochstift das Burgschloß
oder die Landvogtei mit etwa drei Morgen Umfang,207) dem Domstift
ein Haus mit Scheune und Trotte, wobei an letzterer die Johanniter und das
Bistum Konstanz ein Mitbenutzungsrecht hatten;208) in Weil ein Haus, worin
der Pfarrer wohnte, mit Trotte und einem großen Garten; in Auggen ein großes
Haus mit Trotte, Scheune und etwas Feld; dasselbe in Kirchhofen, dazu bei
Tiengen ein umfangreiches Waldstück. Die Dompropstei besaß außerdem in
Istein ein Gut und in Huttingen eine Schäfereji,209) während sich der Dompropst
wegen des dazu gehörigen Waldes seit Jahren mit der Gemeinde herumstritt.

Bedeutend umfangreicher war der Boden der Johanniter in Steinenstatt,
denen hier die Hälfte des Bannes und des Waldes gehörten.210) Freiherr von
Rotberg hatte noch rechtzeitig das ehemalige Fürstengut in Schliengen und
100 Morgen Feld erworben; das Stift Säckingen besaß hier ebenfalls ein Hof gut
mit umfangreichen Ländereien, daneben war der Freiherr von Baden aus Freiburg
reich begütert. Den zahlreichen Bewohnern gehörte der Rest. Durch die

204) GLA. Fase. 1, Blatt 25 Bericht von Calms an den Markgrafen vom 25.. 11. 1802.
™5) GLA. Fase. 1, Blatt 28 Bericht von Calms an den Markgrafen vom 25. 11. 1802.

206) GLA. Fase. 1,. Blatt 176 Bericht von Rotbergs an von Calm vom 26. 10. 1802.

207) GLA. Fase. 1, Blatt 178 Bericht von Rotbergs an von Calm vom 26. 10. 1802.

208) GLA. Fase. 1, Blatt 53 Bericht des Schaffners Eckenstein an Landvogt von Rotberg
vom Oktober 1802.

20ß) GLA. Fase. 1, Blatt 54 Bericht des Schaffners Eckenstein an Landvogt von Rot-
berg vom Oktober 1802.

210) GLA. Fase. 1, Blatt 177 Bericht von Rotbergs an von Calm vom 26. 10. 1802.

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