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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (13.1951, Heft 2)
1951
Seite: 100
(PDF, 11 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1951-02/0058
Nachruf für Jakob Böser

Nach langem, schweren Leiden ist im 76. Lebensjahr Jakob Böser am 2L
August in Steinen gestorben. Am 24. August haben wir ihm an einem sonnigen
Nachmittag das Geleite zur letzten Ruhestätte gegeben.

Mit Karl Herbster zählte er zu den Mitbegründern unserer Zeitschrift. Obwohl
in Heidelberg geboren und aufgewachsen, hat er sich seit Jahrzehnten im
Oberland heimisch gefühlt und ist auch da heimisch geworden, seidem er von
den Gestaden des Schluchsees über das Hotzendorf Birndorf nach dem wein-
redchen Bamlach bei Müllheim und von da nach Höllstein im Wiesental gekommen
war. Schon in Birndorf hervorgetreten durch seine Schrift „Das Hauen-
steinerland und die Salpeterer", kam er in Bamlach stark auf den Boden der
Heimatkunde des Oberrheinlandes. Im Jahrgang 1917 der „Blätter aus der
Markgrafschaft" veröffentlichte er aufgrund archivalischer Quellen den Artikel
„Das ehemalige Reichslehen Bamlach und Rheinweiler und die Freiherren von
Rotberg". 1921 erschien sein wertvolles Quellenbuch über das „Heimatschrifttum
des Markgräflerlandes und angrenzender Gebiete", ein Werk, das zur Grundlage
der Heimatforschung wurde. Diese Bibliographie führte er in Nachträgen weiter,
von denen der erste 1933 herauskam. Den zweiten hat er trotz beginnender
schwerer Erkrankung weithin gefördert, so daß auch dieser in Bälde abgeschlossen
sein wird. Er umfaßt das Schrifttum der Jahre 1932—1940.

Aus äußeren Gründen verließ er das Oberland, um in Wiesloch als Rektor
einer großen Schule weiterhin zu wirken. Wie es nicht anders möglich war, legte
er auch dort seine Kraft auf die Ausgestaltung der Schule zur* Heimiatschule —
heute eine Selbstverständlichkeit, damals noch umkämpft und befehdet. Mit
seinen gleichgesinnten Freunden aus dem Markgräflerland, mit denen er immer
in Verbindung blieb, vertrat er in überzeugenden Darlegungen mit Unterstützung
des Vorstandes des Bad. Lehrervereins der Epoche Hofheinz die Forderung, daß
die Heimatkunde über das Schulfach hinaus zum Unterrichtsprinzip erhoben
werde und erreichte, daß dieser Grundsatz im Unterrichtsplan Aufnahme fand
und auch amtlich zur Verpflichtung erhoben wurde.

Seit 1921 amtierte er als Pfleger der Bad. Historischen Kommission im Amtsbezirk
Lörrach, wo er die Gemeindearchive in Inzlingen, Haltingen, Höllstein,
Steinen, Haagen, Brombach, Oetlingen, Tumringen, Efringen und Wyhlen ordnete
. Den Bestrebungen unserer Arbeitsgemeinschaft blieb er allezeit in Treue
zugetan. Als er vor 11 Jahren aus dem aktiven Schuldienst ausschied, kehrte er
wieder in sein heimatliches Wiesental zurück, wo er wieder, wie früher, sich
an der Arbeitsgemeinschaft beteiligte. In der Tagung des Arbeitskreises vom
3. 12. 1950 wurde ihm in Anerkennung seiner Verdienste der Ehrenbrief der
Arbeitsgemeinschaft überreicht. Leider war es ihm nicht vergönnt, ihn persönlich
in Empfang zu nehmen. Die stark fortgeschrittene Krankheit ließ es nicht mehr
zu. Geistig lebendig, fast bis zum Ende, schied er aus seinem reichen Arbeitsfeld
. Sein Name aber wird mit unserer Gemeinschaft verbunden bleiben durch
seine Werke.

Namens der Arbeitsgemeinschaft:
Karl Seith.

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