Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 26
(PDF, 61 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0028
zahlreiche römische Scherben und Eisenstücke. Vielfach deuten auch Namen auf
römischen Ursprung: die Römer bringen die Mauer, den Ziegel, die Kirsche, den
Buchs und die Maße. Die römische Wassermühle zeigt die neue Zeit.

Die Römer hatten das eroberte rechtsrheinische Land geschützt durch einen
Grenzwall, den „Limes", der vom Rhein bei Andernach bis zur Donau bei Kehl-
heim führte und mit Warttürmen versehen war, die in Sichtweite voneinander entfernt
waren. In einigem Abstand dahinter lagen die Kastelle mit stärkerer Besatzung
in stark gemauerten kleinen Lagern. So wie bei Kaiseraugst eine Brücke
über den Rhein führte, die auf dem rechten Ufer durch einen mit Türmen versehenen
Brückenkopf gesichert war, so waren auch an anderen Orten solche Übergänge
geschaffen worden. Wir denken vor allem an Kirchen am Rhein, wo wir
zu allen Zeiten menschliche Besiedelung nachweisen können. Noch ruht manche
Spur aus vergangenen Tagen in der Erde. Wo solche Zeugen zutage treten, beim
Pflügen oder beim Graben, beim Rausen oder im Aushub von Baugruben - und
seien es auch nur scheinbar unbedeutende Scherben -, sie vermögen dem Fachmann
Aufschluß zu geben vom Vorhandensein von Menschen längst vergangener
Jahrhunderte oder Jahrtausende.

Um 260 n. Chr. überrennen die Alemannen den Limes und erreichen den Rhein
im Westen und Süden. Das gebirgige Land läßt sie in Teile zerfallen und Teilkönige
schwingen sich auf. So kennen wir die Brisgavi, die Lentienser, die
Juthungen u. a. Aber sie finden keinen Fürsten, der den gesamten Stamm zusammenfaßt
. So tritt in der entscheidenden Schlacht in der Nähe von Köln dem
Frankenkönig Chlodwig im Jahre 496 der im ganzen Stamm angesehene König
Gibuld entgegen. Er verliert die Schlacht, und die Alemannen das Land bis zur
Murg und Moder. Sie drängen nach Süden und stellen sich unter den Schutz des
mächtigen Ostgotenkönigs Dietrich von Bern. Rheinlachse erscheinen auf der
Tafel in der Residenz Raben (Ravenna in Italien). Bald nach Dietrichs Tod fallen
die Alemannen unter das Reich der Franken.

In dieser Zeit werden die Bodenfunde wieder zahlreicher. Die Toten werden
außerhalb des Ortsetters beigesetzt in Friedhöfen, in denen die Gräber in Reihen
angeordnet sind. Wenn man eine Karte der Reihengräberfriedhöfe zwischen etwa
480 bis 700 n. Chr. betrachtet, dann finden wir sie besonders häufig am Oberrhein
nördlich und östlich von Basel und in der Freiburger Bucht. Hier liegen auch die
Siedlungen auf -ingen und -heim. Jetzt, wo die weitere Ausdehnung nach Kämpfen
mit den Burgundern nicht mehr möglich ist, beginnt der Landesausbau. Es erfolgen
neue Dorfgründungen.

Die karolingischen Hausmeier des 8. Jahrhunderts faßten die Gebiete des
fränkischen Reiches zu einer Einheit zusammen. Nach dem Sieg Chlodwigs über
die Alemannen fand das Christentum bei den Franken Eingang. Bald finden wir
drüben im Elsaß die ersten Klöster, errichtet unter dem Einfluß des einheimischen
Fürstenhauses der Etichonen. „Herzogshaus, Bischof und Kloster traten hinter die
Gewalt der fränkischen Hausmeier und stützten deren Politik." Vom Elsaß aus
gingen die Bemühungen zur Eingliederung rechts des Rheins gelegener Gebiete.
Als 746 die Alamannen bei Cannstatt endgültig ihre Selbständigkeit verloren,
wurden die Güter der alamannischen Großen konfisziert. Mancher Alamanne, der
schon vorher zu den Franken und damit zur christlichen Kirche gehalten hatte,
bekam nun Landbesitz da und dort. Dieser Besitz kam im Laufe der Zeit wieder in
andere Hände. Bei den Gütern, die Graf Ruthard 764 an das Kloster St. Denis verkaufte
, können wir den Verlauf der Dinge verfolgen. Rudhard stammte wohl aus
dem Elsaß; die Güter, die er verkaufte, lagen im Kandertal. Zur gleichen Zeit
kamen Besitzungen in Steinenstadt durch den Alamannen Fulrid an die Abtei
St. Martin in Tours. In Bamlach, Bellingen und Schliengen, in Rötteln, Schopfheim
und Todtnau hatte das elsässische Kloster Murbach Besitz. Vor allem aber

26


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0028