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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 27
(PDF, 61 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0029
war das für die fränkische Politik so wichtige St. Gallen in unserer Gegend begütert
. Die Hausmeier bedachten dieses Kloster, und andere folgten ihrem Beispiel
. Dadurch, daß die Klöster diese Schenkungsurkunden sorgfältig bewahrten,
hören wir nun von den Dörfern unserer Heimat. So lesen wir, daß 758 ein gewisser
Strachfrid seinen Besitz in Egringen, Innighofen (ein ausgegangener Ort
bei Bad Krozingen) und Müllheim an St. Gallen schenkte und 763 folgte Gundpert
seinem Beispiel. Daß Egringen damals schon länger bestand, geht aus der Urkunde
von 775 klar hervor: Atta schenkt der Kirche des hl. Gallus in Egringen
zwei Hörige. Um 800 gibt Wolfpot den Vierteil der Kirche des hl. Petrus zu
Fischingen an St. Gallen. 815 überträgt Wolfini zwei Hörige und andern Besitz
an St. Gallen. 840 schenkt Uato einen Weinberg zu Egringen und Wald zu
Mauggenhard an das gleiche Kloster, und schließlich übergibt 870 Adalleip seinen
Egringer Besitz an St. Gallen.

Nur einmal wird die Egringer Kirche bedacht, alle anderen Schenkungen gehen
nach dem Vorbild der Oberen an St. Gallen. Vermutlich sind die Schenker gar
keine Egringer Bürger; jener Strachfrid hat ja an drei auseinanderliegenden Orten
Besitz. Jener Wolfpot, der ein Vierteil der Fischinger Kirche verschenkt, nennt
sich selbst einen Priester. Diese waren aber damals meist aus vornehmem Geschlecht
. Auch Atta kommt wohl aus solchen Kreisen; woher sollte diese Frau
sonst in Egringen Hörige haben? Niemand kann gegenwärtig mit Sicherheit
sagen, wer diese Schenker waren. Es werden wohl Leute gewesen sein, die schon
früh zu den Franken und damit zum Christentum Beziehungen hatten.

Das nahegelegene Dorf Kirchen bot dazu Gelegenheit. Dort war ein fränkischer
Königshof; dort waren auch fränkische Krieger angesiedelt. Sie besaßen eigenen
Grund und Boden, den sie aber nicht verkaufen, nur vererben durften. Dafür
waren sie zum Heeresdienst verpflichtet. In der Schenkung des Jahres 815 begegnet
uns unter den Zeugen ein Brunico centenarius; er ist der Hundertschaftsführer
. Von hier aus geht nun die weitere Besiedlung der Umgegend. Noch können
wir diese nicht genau verfolgen. Es gilt aber festzuhalten, daß es neben den Urfreien
(die auf Grund ihrer Abstammung frei sind) auch Freie gibt, denen diese
Freiheit auf Grund irgendwelcher Leistungen verliehen wurde. Mittelpunkt des
Dorfes Kirchen war wohl ursprünglich der Königshof. Hier in Egringen aber
bildete der Meierhof des Herrn, der den größten Besitz hatte, den Mittelpunkt und
das war der Meierhof des Klosters St. Gallen.

Albert Eisele

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