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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 29
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Unterwerfung und %ur Vernichtung eines großen Teils des alemannischen Adels. Das
Her^ogsgut wurde eingebogene ebenso der Besitz des Adels. Ein zweiter Versuch Lant-
frids, seine Stellung nördlich des Bodensees und des Hochrheins zu behaupten,
schlug 749 fehl.

Beschlagnahmtes Gut im Kandertal und um Kirchen kam zunächst an den staatlichen
Fiskus. Da die fränkische Finanzverwaltung die entlegenen Güter nicht behalten
konnte, fielen sie in die Hände frankenfreundlicher Großen, die mit ihnen wie mit
Eigentum umgingen und sie durch Schenkung oder Verkauf weiterveräußerten.
So hatte Graf Ruthard diesen Besitz erworben und verkaufte ihn weiter um 5000
Schilling an die Abtei St. Denis bei Paris; auf dieselbe Weise ging Steinenstatt
durch Fulridus an St. Martin in Tours über. Um 764 übergab Ruthard weiteren
Besitz an St. Denis. Es ist nicht ausgeschlossen, daß auch Egringen in Mitleidenschaft
gezogen war, wenn es auch nicht ausdrücklich genannt ist. Im Jahr 790
zieht aber Karl der Große diesen Besitz wieder an den Fiskus zurück, da die beiden
Abteien erklären, daß er nicht auf rechtmäßigem Wege in ihre Hände gelangt sei.
Der König schenkt sie ihnen aber formgerecnt wieder.

Die für die fränkische Politik so wichtige alemannische Abtei St. Gallen erhielt
schon früher von Karls Vater Pippin zinspflichtige Leute im Breisgau und im
Thurgau.

3. Bistümer und Klöster

Die Klöster der iro-schottischen Mönche besaßen keine feste Organisation und
keine Verbindung untereinander. Das gefiel dem Bischof von Konstanz nicht und
er erreichte es, daß die alten Klöster seinem Sprengel unterstellt wurden. Das
Bistum Konstant war das größte unter den deutschen Bistümern. Der große Organisator
Bonifatius war nie in den Süden gekommen, so daß Konstanz ausgreifen konnte.
760 wurde neben St. Gallen auch die Abtei Säckingen eingegliedert. Um diese Zeit
war auch das Bistum Basel neu belebt, nachdem es im 7. Jahrhundert für lange
Jahrzehnte aufgehört hatte zu bestehen. Gleichzeitig zog sich das Bistum Straßburg
vom Thuner See im Bernbiet, aus dem Jura und dem Sundgau zurück.

Ende des 8. Jahrhunderts standen die beiden Abteien Reichenau und St. Gallen
in engem geistigem Austausch und Wettbewerb. Sie wurden beide, wie auch die
neu gegründeten Klöster in der heutigen Schweiz von den fränkischen Herrschern
und von Kaiser Karl dem Großen an mit reichem Besitz ausgestattet und ihnen
auch politische Aufgaben übertragen wie etwa die Hut wichtiger Straßen oder
Gebirgspässen. St. Denis und St. Martin weichen aus dem Breisgau zurück. An
ihre Stellen treten neben St. Gallen die Klöster Lorsch und Murbach, der Bischof
von Konstanz und der von Basel.

4. Schenkungen in Egringen und Fischingen an St. Gallen

Zwischen 758 und 800 verzeichnen wir 4 Schenkungen an die Abtei, die Egringen
betreffen. Es sind Güter und hörige Bauern, die an ihren Hof gebunden sind. Zuletzt
Übermacht ein Herr Wolphoto^ den vierten Teil der Kirche des hl. Petrus zu
Fischingen an das Gotteshaus des hl. Gallus. Wenn Wolphotoz Kirchengut übereignet
, muß er irgendwie an der Entstehung der Petruskapelle in Fischingen beteiligt
sein. Vielleicht war diese Kapelle eine sogenannte „Eigenkirche"; sie genoß
den Zehnten zur Unterhaltung des Priesters, was aber über das Nötige hinausging,
fiel dem Herrn zu. Solche Eigenkirchen waren nicht selten.

Von Zeit zu Zeit wird der Propst der Abtei als Verwalter des weltlichen Besitzes
St. Gallens in Egringen erschienen sein, um nach dem Rechten zu sehen; denn das
große Kloster setzte den Pfarrer ein und hatte die Baupflicht an der Kirche und am
Pfarrhaus.

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