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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 37
(PDF, 61 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0039
Die Welschen hatten keine Lust mehr, mit den Schweizern anzubinden. Dafür
drangen sie den Hochrhein hinauf und in die Flußtäler des Schwar^walds hinein.
Dort aber hatten die Bauern an Talengen Straßensperren und Verhaue angelegt,
die ein Vordringen der Reiter aufhielten. Gar viele wurden von den Bauern erschlagen
, und als sie schließlich nach der Ausplünderung des Elsasses dort auch
abzogen, beladen mit Beutegütern, da wurde ihre Nachhut in den Vogesentälern
gefaßt und vernichtet. Der Name der „Kehlensnyder" (Kehlabschneider) bezeichnet
ihre Kampfesart deutlich genug. Wie werden die Egringer gebangt
haben! Die Gefahr der Beraubung war sehr nahe. St. Jakob und der Todeskampf
der Eidgenossen ist mit dem 26. August 1444 verbunden. Da sprach das linke
Rheinufer.

Am 9. September 1444 findet das Markgräflerland auf dem rechten Gestade
seine Sprache: Durch eine Schenkung des letzten Grafen von Freiburg, Johann,
der auch Graf von Neuenburg am See war und sowohl mit den Herzögen von
Burgund als auch mit den Städten Bern und Solothurn eifrigen Verkehr pflog,
kam die Herrschaft Badenweiler an seinen nächsten Verwandten, den jungen
Markgrafen Rudolf IV. von Hochberg-Sausenberg und dessen Bruder Hugo.

Am 9. September 1944 hätten wir das 500jährige Zusammengehörigkeitsfest der 3 Oberländer
Herrschaften feiern können, auf dem Sausenhart bei der Kalten Herberge, dem alten
Landsgemeindefeld des Markgräflerlande s, wo die „Landschaft" in Waffen %ur Huldigung,
f(ur Gesetzgebung und %ur „Reise" (Kriegsaus^ug) von jeher zusammentrat.

Der Kaiser Friedrich III. hatte also die Heranzwingung der Eidgenossenschaft
in seine Haus macht nicht erreicht.

/ /. Markgraf Rudolf IV. steht im Dienst der Herzöge von Burgund.
500 Markgräfler sichern 1476 an der Zihl

Im Westen erhob sich für das Reich eine andere Gefahr: Hinter der Burgunder
Pforte war zwischen 1363 und 1467 ein neuer Staat entstanden und hatte sich just
zwischen Frankreich und das Reich eingezwängt. - das Herzogtum Burgund, das
aus französischen und deutschen Gebieten hervorgegangen war. Durch Heiraten
und Erbschaften war es ein reiches Land geworden, zumal auch blühende Gebiete
an der Küste der Nordsee ihm zugefallen waren, Holland, Brabant, Flandern und
das Artois, durch Wollhandel und Tuchweberei groß gewordene Städte. Von den
Großkauf leuten erlernten die Finanzleute der Herzöge die Geldwirtschaft, denn
der Hof in Dijon verschlang große Summen; außerdem unterhielt es auch eine
starke Wehrmacht mit viel Artillerie und Reiterei.

An diesem Hof hatten die zwei letzten Grafen von Freiburg eine glänzende Rolle
gespielt, an diesen Hof kam auch der Markgraf Rudolf IV. von Hochberg-Sausenberg
-Badenweiler. Auch er bekleidete hohe Hofämter, wurde auch zu diplomatischen
Missionen verwendet. Eine solche fiel ihm 1469 zu, als Herzog Sigmund
von Österreich wegen Verschuldung den Betrag von 50000 Gulden von Herzog
Karl dem Kühnen von Burgund geliehen bekam. Zur Sicherheit mußten ihm
Pfänder gestellt werden; das waren die Grafschaft Pfirt, das Oberelsaß und die
4 Waldstädte am Rhein (Waldshut, Laufenburg, Säckingen und Rheinfelden). Der
Führer der Übernahmekommission war unser Markgraf im Dienst eines ehrgeizigen
Fremden; er nahm für diesen den Eidschwur des Gehorsams der Verpfändeten
entgegen und gab zum Abschluß ein festliches Gastmahl zu Thann.
Im Gefolge des Vaters befand sich auch der Sohn Philipp, der „Herr von Badenweiler
". Durch das gewaltsame Regiment des burgundischen Landvogts Peter
von Hagenbach wurden die Schweizer auf österreichische Seite gedrängt; die
Elsässer standen auf, als Peter von Hagenbach versuchte, die Stadt Breisach in
seine Hand zu bekommen, indem er den Einwohnern befahl, vor der Stadt an den

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