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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 42
(PDF, 61 MB)
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Die Führer der Markgraf ler waren vor allem Hans Hammerstein von Feuerbach. Ob
er mit der Burg in Hammerstein in irgendeiner Beziehung steht, ist nicht zu sagen.
Als Unterhändler trat der aus vornehmem Geschlecht stammende Martin Nef von
Kandern hervor. Er wurde aller seiner Lehen entsetzt. Der Schmied Morit% Nithard
von Wollbach blieb am Leben. Ein Hafner von Wieslet wurde aber auf dem Kapf
zu Rötteln enthauptet.

A.m 13. September kam in Basel der endgültige Friede zustande. Viele Beschwerden
der einzelnen Orte wurden vorgebracht und verbeschieden. Auch der Markgraf
hatte Forderungen gestellt, darunter auch Schadenersatz von den Dörfern Egrin-
gen, Fischingen, Wintersweiler, Binzen, Weil u. a., die nicht rechtzeitig gehuldigt
hatten, wodurch der Fürst genötigt war, seine Schlösser mit etwa 100 Kriegsknechten
unter großen Kosten wieder zu besetzen.

40 Dörfer brachten ihre Beschwerden vor. Auch die Egringer ließen sich vernehmen
:

Sie bestritten, daß sie für die Weide der Schweineherde in den Buchen- und
Eichenwaldungen das Eckeritgeld an die Herrschaft zu bezahlen hätten. - Sie sollen
das beweisen.

Die Untertanen hätten den Bann in ihren Kosten zu hüten und begehren, daß das
Spital sie vor Kosten und Schaden bewahre. - Es soll dabei bleiben wie seither.

Sie begehren eine Abänderung am Meiertum des Spitals - wird abgelehnt.

Sie beschweren sich wegen der Frontage für das Spital und die hohen Zinse für
die Spitalgüter. Das Spital beruft sich auf seinen Dinghofrodel - dabei soll es
bleiben.

Sie meinen, von Todfällen befreit zu sein, doch fordere St. Peter diese weiter.
Das soll vor dem ordentlichen Gericht entschieden werden. Sonst wolle der Markgraf
den Todfall wegfallen lassen nach dem Artikel „zwischen dem Markgrafen
und gemeiner seiner Landschaft abgeredt."

Sie beschweren sich, daß das Spital die Wirtschaft besitze. - Es bestehe ein Vertrag
, der vordem durch den Landvogt von Blumeneck aufgerichtet worden sei
unter Brief und Siegel. Dabei soll es bleiben.

Die Strafe wird so ausgesprochen, daß jede Haushaltung 5 Gulden zu bezahlen
hat. Damit ist die Markgrafschaft gut weggekommen. In Vorderösterreich setzt
eine fürchterliche Rachejustiz ein mit Hängen, Köpfen, Vierteilen, Verbrennen,
so daß Ensisheim „die blutige Schlachtbank" genannt wird. Der Unsinn wird so
weit getrieben, daß zuletzt die Herren den Bauern Geld geben müssen, damit
diese im Lande bleiben. Denn die Flucht nach Basel und in die Schweiz war die
Rettung. Wenige Jahre später - 1532 - wird das Reich von Südosten gefährlich
angegriffen. Die Türken sind zum zweiten Male gegen Wien vorgedrungen. Da
ruft Kaiser Karl V. ein Reichsheer zusammen. Auch Markgraf Ernst läßt gemeinsam
mit seinem Bruder Philipp ein Aufgebot abrücken, das zu den Scharen stößt,
die sich bei Tulln sammeln. Unter den Markgräflern befindet sich der Fischinger
Hans Untrost mit 21 Kameraden aus dem Oberland, von Mengen bis Schopf heim
und Neuenweg. Ihr Hauptmann ist der Junker Johann von Baden.

Karl will mit seinen 80000 Mann den Feind angreifen. Aber die 200000 Türken
erscheinen nicht vor WTien. Sie haben vor der kleinen Festung Güns so viel Widerstand
gefunden und Zeit verloren, daß sich der Sultan auf die Steiermark wirft und
dort Furcht und Schrecken verbreitet. Seine leichten Truppen aber streiften unter
ihrem Anführer Kasim-Beg um Wien und sperrten den Wiener Wald. Als ihnen
die Umzingelung drohte, rückten sie ab, um das Hauptheer zu erreichen. Aber an
der Leitha wurden die 8000 Mann von der deutschen Reiterei gefaßt und vernichtet
. Den Einzug in die befreite Stadt werden auch die Oberländer erlebt und Dank
und Jubel empfangen haben. Statt den Türken nachzujagen, führte Kaiser Karl
den größten Teil seines Heeres nach Oberitalien zum Kampf gegen die dort ein-

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