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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 44
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geheißen -, saß in Rötteln; es war Dr. Thomas Grynäus von Basel. Ihm unterstanden
alle Pfarreien und Schulen der Herrschaft Rötteln, während in der Herrschaft
Sausenberg mit dem Sitz in Schopf heim Magister Johann Nisäus aus Augsburg
amtierte. Nach Sulzers Tod im Jahre 1585 tritt das anfänglich lutherisch
gesinnte Basel zur reformierten Lehre Zwingiis über. Damit hört der Zugang von
evangelischen Pfarrern aus der Schweiz auf. Basels Universität mit der theologischen
Fakultät bleibt den badischen Landeskindern verschlossen; dafür tritt
Tübingen als Ausbildungsstätte unserer Theologen auf den Plan.

Jährlich zwei- bis dreimal versammeln sich die Pfarrer der Herrschaft Rötteln
im Dorf Rötteln, wo das Kapitelhaus steht. Sie halten dort ihre Synoden ab, auf
der Besprechungen stattfinden und wo auch Berichte über den Stand der Schulen
erstattet werden. An diesen Synoden hatten auch die Pfarrer von Egringen und
Fischingen teilzunehmen. Sie werden den Weg über die Lücke gemeinsam zurückgelegt
haben.

16. Egringen erlebt den Dreißigjährigen Krieg

Noch vor dem Abschluß des Religionsfriedens von Augsburg hatten kriegerische
Verwicklungen eingesetzt zwischen den evangelischen Reichsständen und
dem Kaiser Karl V. Nach anfänglichen Erfolgen erlitten sie im Jahre 1546 an der
Elbe eine völlige Niederlage, und die beiden Häupter des sogenannten „Schmalkaldener
Bundes" gerieten in die Gefangenschaft: der Kurfürst von Sachsen und der
Landgraf Philipp von Hessen.

Empört über die lange Gefangenschaft seines Schwiegervaters, dem der Kaiser
das gegebene Wort gebrochen hatte, griff Herzog Morit^ von Sachsen-Leipzig zu den
Waffen, um den Kaiser in Innsbruck gefangenzunehmen. Dieser entkam mit
knapper Not diesem Schicksal. Da Herzog Moritz nicht über die nötigen Geldmittel
zur Besoldung seines Heeres verfügte, wandte er sich an den König von
Frankreich, der ihm mit Freuden die nötigen Leihgelder vorstreckte. Er verlangte
aber Sicherheiten. Da vergriff sich Moritz am Reichsgebiet und verpfändete dem
König die 3 Bistümer Met^ Toul und Ver dun, die nicht mehr aus der Pfandschaft
gelöst wurden. Sie verblieben bei Frankreich. So ging Reichsgut verloren.

Mehrfach entspannen sich auf konfessioneller Grundlage Streitigkeiten und
Gewaltmaßnahmen, und die Waffen saßen locker in den Scheiden. Seit im katholischen
Lager die Jesuiten in den Höfen der Fürsten Einzug gehalten hatten
und nicht nur als Beichtväter die Absolution erteilten, sondern auch die politischen
Fäden zu spinnen begannen, wurde das Verhältnis zwischen dem evangelischen
Bund der „Union" und der kaiserlichen Gewalt immer gefährlicher. Der große
Krieg begann mit dem gewaltsamen Widerstand der Protestanten in Böhmen
gegen den Kaiser Ferdinand IL, dem die Glaubenseinheit im Reich das höchste
Ziel war, d. h. die Zurückführung aller evangelisch Gesinnten und Bekenner in
die katholische Kirche.

Die Böhmen setzten Ferdinand als König ab und wählten das Haupt der
„Union", den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz zum König von Böhmen.
Sein aufgestelltes Heer war aber ungeschickt geführt, während Kaiser Ferdinand
und der streng katholische Herzog Maximilian von Baiern, das Haupt des katholischen
Bundes der „Liga", in dem kriegserprobten General Tilly einen hervorragenden
Führer besaßen.

In unserem Lande hatte sich der Markgraf Georg Friedrich mit Unterstützung
der Landstände (der „Ausschüsse") eine ansehnliche Wehrmacht geschaffen. Da
er ein Glied der Union war, legte er sich bei Beginn des Krieges in ein wohlbefestigtes
Lager bei dem Kaiserstuhldorf Ihringen, da gegenüber im Elsaß
kaiserliche Truppen angeworben worden waren. Diese wollten bei Breisach über
die Brücke das rechte Rheinufer gewinnen. Nach einigem Zögern und der Ver-

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