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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 46
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ächteten, doch widerstand die pommersche Stadt Stralsund allen Belagerungskünsten
und Sturmangriffen. Dem weitblickenden Feldherrn schwebte ein großes
Ziel vor: die Schaffung einer kaiserlichen Flotte, die in der Ostsee beherrschend
auftreten könnte.

Durch fortgesetzte Niederlagen entmutigt, trat der Dänenkönig vom Kriege
zurück und schloß 1629 mit dem Kaiser Frieden. Dieser holte nun weiter aus: Er
erließ den Befehl, daß alle Besitzverhältnisse in Deutschland und das religiöse
Bekenntnis der betreffenden Gebiete auf den Stand von 1552 zurückgeführt
werden müßten. Gegen diese verhängnisvolle Maßregel erhob Wallenstein seine
Warnung, weil er die Folgen voraussah. Der Baiernherzog drängte aber auf die
Durchführung. Die Fürsten, die Wallenstein und seine Heeresmacht fürchteten,
weil sie vor dieser kaiserlichen Macht in großer Sorge für ihre fürstlichen Freiheiten
waren, erreichten, daß Ferdinand 1630 den Oberfeldherrn absetzte. Dieser
schwieg und zog sich in seine Heimat zurück.

Da nahte den protestantischen Bekennern eine wirksame Hilfe: Ende Juni 1630
landete der König Gustav Adolf von Schweden mit einem kleinen, aber gut geschulten
und kriegserfahrenen Heer an der pommerschen Küste. Die evangelischen Fürsten
zögerten lange, die Hilfe der Schweden anzunehmen, bis sie aufgeschreckt wurden:
Im Mai 1631 wurde die Stadt Magdeburg von den Kaiserlichen unter dem Befehl
Tillys erstürmt und ging in Flammen auf. Sie hätte leicht gerettet werden können,
wenn die evangelischen Fürsten einig gewesen wären und Tilly angegriffen hätten.

Jetzt waren sie klug geworden. Sachsen schloß ein Bündnis mit dem Schwedenkönig
. Tilly rückte darauf verheerend in Sachsen ein, wurde aber von den herbeieilenden
Schweden im September 1631 vollständig geschlagen. Das einzige Heer
des Kaisers war fast vernichtet.

Gustav Adolf wandte sich nun gegen den Rhein, überwinterte in Mainz, zog
dann 1632 nach Baiern und schlug Tilly abermals in der Nähe der Lechmündung.
Tilly wurde tödlich verwundet und Gustav Adolf rückte in München ein. Seine
Reiter und Späher standen an der Grenze Tirols. Wien spürte die Gefahr.

Da wandte sich Ferdinand an Wallenstein. Dieser verhandelte und ließ sich nur
herbei gegen weitgehende Zugeständnisse. Darauf stellte er ein neues kaiserliches
Heer auf. Bei Nürnberg standen sich die beiden Feldherren gegenüber, aber die
Schweden erreichten keine Entscheidung. Diese fiel im November 1632 bei
Lützen in einem schweren Ringen. Gustav Adolf fiel, weil er sich zu weit vorgewagt
hatte. Die Führung der Geschäfte in Deutschland fiel nun dem Kanzler
Axel Oxenstjerna zu; den Oberbefehl über die Truppen erhielt der Herzog Bernhard
von Sachsen-Weimar und neben ihm die Generale Horn und Baner.

Bernhard eroberte 1633 die Bistümer am Main und bedrängte Baiern. Wallenstein
ließ seinen alten Gegner in der Not sitzen und blieb mit seinem Heer von
100000 Mann in Schlesien und Böhmen stehen. Er gedachte, mit Sachsen und
Schweden zu verhandeln und unter gewissen Bedingungen vereint den Kaiser
zum Frieden zu zwingen. In Wien standen seine alten Gegner auf; sie verdächtigten
ihn und sprachen von Hochverrat. Nach einem Bankett zu Pilsen, auf dem die
Obersten schworen, bei Wallenstein zu bleiben, marschierte das Heer nach Eger.
Dort wurde Wallenstein im Hause des Bürgermeisters auf Befehl des irischen
Obersten Walter Butler am Abend des 25. Februar 1634 ermordet.

Der Oberbefehl über die kaiserlichen Truppen ging auf den gleichnamigen
Sohn des Kaisers über, auf Erzherzog Ferdinand. Er befreite Baiern von den
Schweden und schlug 1634 bei Nördlingen das vereinigte Heer Bernhards und
Horns. Ganz Oberdeutschland geriet in die Hände der Kaiserlichen. Die Verhandlungen
mit Sachsen, die Wallenstein begonnen hatte, wurden nun weitergeführt
und erbrachten den Frieden von Prag im Jahre 1635. Der Kurfürst mußte in die
Bundesgenossenschaft des Kaisers eintreten.

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