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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 63
(PDF, 61 MB)
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der König Friedrich der Große in Preußen, empfand er sich als Verpflichteter für
die Wohlfahrt seines Landes und seiner Untertanen. Er arbeitete sich in alle Zweige
seines Berufes mit unablässigem Eifer ein; seine Verwaltung der inneren Angelegenheiten
des Landes liefert den Beweis, daß er sich um alle, auch die minderwichtigen
Dinge mit Sorgfalt kümmerte und bemüht war, überall bessernd einzugreifen
.

Bevor er die Regierung antrat, entwickelte sich auf dem Boden des Reichs ein
neuer Krieg, der den Charakter einer europäischen Auseinandersetzung annahm.
Die Ursache war die Anerkennung der weiblichen Erbfolge in der österreichischen
Monarchie, die Kaiser Karl VI. für seine Tochter Maria Theresia erstrebte. Kaum
hatte er die Augen geschlossen, als seine Erbin von den Nachbarn ihres Staates
bedrängt wurde: Friedrich II. von Preußen begehrte Schlesien, die Kurfürsten
von Bayern und von Sachsen machten Erbansprüche geltend, Spanien griff nach
den österreichischen Besitzungen in Italien, und auch Sardinien gesellte sich den
Gegnern bei. So begann der österreichische Erbfolgekrieg 1740-48.

Frankreich sah seine Stunde gekommen: die Aufteilung der habsburgischen
Ländermasse, die Übertragung des Kaisertums auf einen deutschen Fürsten und
Schützling Frankreichs, die Aufrichtung der französischen Vormacht im Herzen
Europas - das alles schien im Bereich der Möglichkeit zu liegen. Aber als Preußen,
Bayern und Franzosen eingefallen und vor Wien gekommen waren, holte Österreich
aus, als sich zwei Tage Marschentfernung von Wien Preußen von Bayern
und den Franzosen trennte. Diese ließen ab und wandten sich nach Böhmen, wo
die Sachsen bereits bis vor die Tore Prags gekommen waren. Gemeinsam wurde
die Festung eingenommen.

Da griff England ein. Es wollte das europäische Gleichgewicht der Mächte nicht
durch Frankreich gestört sehen, vor allem aber dieses in Europa beschäftigen, um
in Nordamerika und Indien die gefährliche und übermächtige französische
Kolonialmacht einzuschränken. Es zog den König von Sardinien auf seine Seite,
die Niederlande schlössen sich England an, und ein englisch-russisches Bündnis
kam zustande. Als Maria Theresia mit Preußen Frieden geschlossen und Schlesien
an dieses abgetreten hatte, war ihre Stellung nicht ungünstig. Bei Passau wurden
20000 Franzosen und Bayern zur Kapitulation gegen freien Abzug gezwungen.
Prag wurde von den Franzosen und Sachsen geräumt.

Der Krieg dehnte sich %u einem Weltkrieg aus. Franzosen und Bayern wurden vom
Inn an den Rhein gedrängt, im Norden wurden die Franzosen von der Weser auf
die Rheinlinie zurückgeworfen.

Was aber erlebt nun Egringen? Von Freiburg und Hüningen her kommt französische
Einquartierung in die Dörfer um Egringen. Um eine Kompanie Dragoner
von der drohenden Einquartierung in Egringen abzuhalten, gibt man dem Quartiermacher
1 Pfd. 10 Schilling, und die Gefahr ist abgewendet. Daneben sind Lieferungen
an die Franzosen nach Mauchen und Hertingen abzuführen, so daß am
Ende des Krieges doch 528 Pfund 13 Schilling auf den Schultern der Egringer
Bürger liegen, die sie aus Unvermögen der Gemeindekasse dieser vorgeschossen
hatten und die wieder zurückgezahlt werden mußten.

Während der englische König bei Mainz den Strom überschritt, hatten die
Österreicher den Schwarzwald durchquert und erschienen vor Hüningen. Seine
ungarischen Regimenter lagen im Rebland, sicher auch in Egringen und im
Wiesental bis Schopf heim. 1744 kämpften die Österreicher im Elsaß, Kroaten und
Panduren streiften auf allen Straßen, gefährliche und schnelle Späher und zu
raschen Überfällen bereit. Um Nancy begrüßten die Lothringer den herannahenden
Herzog Karl als ihren rechtmäßigen Fürsten mit Feuersignalen auf den
Höhen. Paris wurde von einer Panik erfaßt: Elsaß verloren, Lothringen bedroht
Metz in Gefahr, der Feind vor den Argonner Toren! Da ermannte sich Ludwig XV.

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