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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 100
(PDF, 61 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0102
Auf die Herren von Ramstein folgen die Ritter von Grünenberg. Im Jahr 1392
belehnt Markgraf Rudolf III. (1343-1428) Henmann den jüngeren von Grünen-
berg für sich und seinen Sohn Petermann nebst seinem Neffen Wilhelm, und Hans,
seines Vetters Grimme von Grünenberg Sohn in den Dörfern Egringen und
Maugenhard als Mannlehen Leute, Gerichte und Rechte. Jeweils der älteste empfängt
das Lehen. Weibliche Erbfolge ist ausgeschlossen.

Henmann war 1403 Beisitzer im markgräflichen Lehengericht, muß also das
Vertrauen des Fürsten in hohem Maße besessen haben. Unter den Leuten in
Egringen haben wir in erster Linie die dinghoffreien Familien zu verstehen; sie
unterstehen dem markgräflichen Vogt des Dorfes, unter dem das Ortsgericht oder
Wochengericht seine Sitzungen abhält. Damit bestehen also in Egringen 2 Gerichtsstätten
', das Niedergericht des Spitals im Meierhof mit dem Meier und seinen
Hubern und das Ortsgericht mit dem Vogt und seinen Geschworenen. Als Wilhelm
von Grünenberg unter Hinterlassung von 2 Töchtern in Egringen abscheidet
(1451), fällt das Lehen an den Markgrafen heim; es ist der Enkel Rudolfs III.,
Rudolf IV. (1426-1487). Dieser gibt das Lehen in seinem bisherigen Umfang
wieder aus an Thüring den Jüngeren von HallwyL Dieser war österreichischer Marschall
und Landeshauptmann und erhielt das markgräfliche Lehen im Jahre 1458.
Weil er 1444 an der Schlacht von St. Jakob teilgenommen hatte, wo eine eidgenössische
Vorhut vernichtet wurde durch eine starke Heeresmacht der sogenannten
Armagnaken - es waren französische Söldner unter Führung des Kronprinzen
von Frankreich - unter Beistand der Adeligen im Elsaß und Breisgau, war er aus
Basel verwiesen worden und amtierte 1450 zum Dank als österreichischer Landvogt
in Ensisheim.

Gleich zu Anfang der Übernahme des Lehens durch Thüring vonHallwyl erhebt
sich ein Streit zwischen ihm und dem Spitalmeister Hans Brüglinger wegen den
gegenseitigen Rechten. Es werden Schiedsleute angerufen, 6 an der Zahl; von
Seiten Hallwyls der Landvogt Peter Reich von Reichenstein zu Rötteln, dann aber

Markgraf Rudolf IV. von
Hachberg-Sausenberg,
Graf von Neuenburg
1441/57—1487

Hallwyl
Das Feld ist golden (gelb)

Rotberg

der Basler Bürgermeister Hans Brennenstein, der Oberstzunftmeister Heinrich
Iselin als Pfleger des Spitals, weiterhin Heinrich Zeygler, Dietrich von Sennheim
und Gerhart von Buchholz.

Sie lassen die Rechte des Spitals, die es in Egringen hat, verlesen. Dabei werden
aber die Rechte des Lehensmannes deutlicher bezeichnet. Ihm stehen zu die Leute
in Egringen, der Wildbann und das Fischrecht im Feuerbach bis an die Banngrenzen.

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