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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 103
(PDF, 61 MB)
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sich auf dem Schloß in Rötteln betätigt. Der „Neue Bau" des Jahres 1494 geht auf
ihn zurück. Dort ist auch sein Wappenschild angebracht.

Thüring von Hallwyl, der mit Dorothea von Ratsamhausen verheiratet war,
stirbt zu Thann im Jahr 1469. Mit ihm erlischt die Manneslinie, und das Egringer
Lehen fällt gemäß des Lehenvertrages an den Markgrafen heim.

Markgraf Philipp von
Hachberg-Sausenberg,
Graf von Neuenburg

beigefügt das Wappen seiner
Gemahlin Maria von Savoyen

1487—1503

8. Die Markgrafen von Baden dehnen ihre Rechte in Egringen aus

Als im September 1503 Markgraf Christoph von Baden nach der Huldigung der
in Waffen erschienenen Landschaft der 4 Viertel auf dem Sausenhart in das Schloß
zu Rötteln einritt, begann eine neue Zeit. Die jahrzehntelange Abwesenheit der
Landesherren hatte ihr Ende gefunden. Eine straffe Hand hatte die Zügel ergriffen,
aber sie wies gleich zu Anfang ihre Amtleute an, mit den Bewohnern schonend
umzugehen, damit sie sich nicht beschwert fühlten.

Am Bauernkrieg des Jahres 1525, der ersten großen Revolution im Süden und
Südwesten Deutschlands, beteiligten sich auch die Egringer Untertanen. Als es im
September in Basel an die Friedensverhandlungen ging, hören wir die Beschwerden
der Egringer über die Lasten, die sie für das Spital und den Meierhof zu tragen
haben. Sie beklagen sich, daß sie den Bann allein hüten müßten und das Spital den
Bannwein einnehme; sie wünschten eine Änderung der Rechte des Meiertums; sie
beklagen sich über die Fronpflicht und über den hohen Güterzins, zuletzt über die
Taverne des Spitals. Aber auf ihre Klagen werden sie auf die Verträge verwiesen,
wobei es zu bleiben habe.

Das Spital der Armen und Kranken ist kein Kloster. Wäre es ein solches gewesen
, hätten sich bereits die Unruhen, die in der Basler Bürgerschaft bestanden,
bemerkbar gemacht. Denn dort lösten sich die Ordenshäuser auf, die Insassen
zogen ab oder traten zur Bürgerschaft über und erhielten eine Entschädigung.
1529 trat der Bruch ein: Basel trat %ur Reformation Martin Luthers über-, der Pfarrer
zu St. Martin, Johannes Oekolampadius, wird zum Basler Reformator.

Als Markgraf Karl IL von Baden entschlossen den neuen Glauben einführte,
ergaben sich in den Spitalrechten mancherlei Änderungen. Überall wurden die
Kirchengefälle eingezogen und ihre Einkünfte der eigens dafür eingerichteten
„Geistlichen Verwaltung" in Rötteln zugewiesen, die darüber genau Buch führte.
Alle Ornate, Kelche und andere Kirchenzieraten wurden weggenommen. Der
Spitalmeister Samuel Wurstisen berichtet dem Bürgermeister und Rat zu Basel
vom Befehl des Markgrafen an den Meier und den Vogt zu Egringen, wonach alle

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