Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 233
(PDF, 61 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0235
Wie schon die verschiedenen Arten der Käufe und Vergabungen am Beispiel unseres
Dorfes zeigen, spielten verwandtschaftliche und rechtliche Beziehungen eine
wichtige Rolle, die nicht mehr im Zusammenhang rekonstruiert werden können.
Briefe und Urkunden erwähnen zu irgendeiner Zeit meist nur die Tatsache des
Besitzes und eventuell Forderungen an einen Lehensmann, ohne Bezug auf Herkunft
und Dauer des Besitzes. Die Fundstellen und Hinweise folgen für jedes
Kloster einzeln nach.

Nach der Einführung der Basler Reformation fielen auch die Klostergüter der
Stadt als Einnahmequelle zu; sie wurden anfangs noch unter dem alten, ursprünglichen
Namen bereinigt und verlehnt, im 18. Jahrhundert aber nach der Zentralisation
aller SchafTneien als Stiftungsgut für besondere Zwecke, als „Kirchen- und
Schulgut" im Steinenkloster zusammengefaßt. Deshalb verlieren sich auch
am Ende dieses Jahrhunderts in unseren dörflichen Aufzeichnungen mehr und
mehr die Vermerke St. Klara oder Klingental oder St. Peter, den Augustinern
oder den Predigern zinspflichtig, und an deren Stelle tritt der Vermerk „zinst dem
Steinenkloster". Nach 1803 säkularisierte das neue Land Baden diese sämtlichen
Güter und löste sie und deren Lasten in der Folgezeit ab, so daß sie bald in den
freien Besitz des Bauern kamen, der vordem dafür gezinst hatte.

1. Das Frauenkloster Klingental hatte einst neben dem Basler Spital den
Hauptbesitz an Gütern und Höfen in unserem Dorf, die es schon bald nach seiner
Gründung - 1230 - in Häusern bei Colmar und nach seiner Übersiedlung nach
Wehr, 1253, und 1274 an das Rheinufer Klein-Basels, erworben hatte. Durch die
Gunst des Edlen Walter v. Klingen, des berühmten Minnesängers, und seines
Freundes Rudolf v. Habsburg wurde es das reichste Kloster seiner Zeit in Basel,
das an 29 Orten im Markgräflerland und im Sundgau mehr oder minder Güter zu
eigen hatte.

In seinen Räumen ist heute die Kaserne und ein Stadtmuseum eingerichtet.

2. Das Frauenkloster St. Klara wurde ebenfalls in Klein-Basel gegründet und
mit St. Theodor als Pfarrkirche im Jahre 1279 als geistliche Niederlassung auf
basel-bischöflichem Stadtgebiet anerkannt, unterstand aber dem Bistum Konstanz.
Es war besonders von der Huld des Markgrafen Rudolf III. begünstigt, von dem
4 Töchter als Clarissinnen in das Kloster eingetreten waren. Nach der Reformation
gingen die letzten Nonnen nach Freiburg.

3. Das Frauenkloster St. Maria Magdalena an den Steinen in Großbasel war
seit 1304 dem Predigerorden unterstellt. Ursprünglich genoß es in Egr keinen
Besitz und wird erst später als Verwaltungszentrale der anderen im Dorfe begüterten
SchafTneien genannt. So erscheint sein Name im 18. Jahrhundert ohne
sichtbaren Zusammenhang zunächst in den Grundbüchern der Gemeinde.

4. Das Männerkloster, die Karthause (heute das Waisenhaus in Kleinbasel)
wurde 1401 gegründet; seine Güter gingen im 16. Jahrhundert als „Karthäusergut
" in den Spitalbesitz über.

5. Die Prediger, 1233 in der Stadt (heute altkatholische Kirche beim Totentanz
) waren als Dominikaner die Wissenschaftler unter den Orden; ihnen hat
Papst Gregor IX. die Inquisition, die Ketzerverfolgung übertragen.

6. Die Augustiner ließen sich 1276 in Basel nieder.

7. Das Chorherrenstift St. Peter wurde zunächst, 1233, nach der Ausweitung
der Stadt auf den linken Birsighügel als Leutkirche neben St. Martin, der ältesten
Kirche, und St. Theodor in Kleinbasel gegründet. Dieses Stift der Chorherren
hatte Jahrhunderte das Patronatsrecht in Kirchen und genoß deshalb dort den
vollen und in Efringen einen Teil des Zehntens.

233


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0235