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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 245
(PDF, 61 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0247
Die Geschichte des Schulhauses in Egringen

1752—1958

Kommen wir von Efringen in Richtung Egringen in das Feuerbachtal, so grüßt
uns von weitem schon der typisch markgräflerische Kirchturm. Stolz überragt er
die um ihn gelagerten Gehöfte. Ihm gegenüber liegt an der Abzweigung nach
Fischingen das Egringer Schulhaus. Ein wuchtiger Steinbau aus früheren Zeiten,
die Stätte der geistigen Ertüchtigung der Jugend.

Gehen wir nun in der Geschichte dieses Schulhauses einige Jahrhunderte
zurück, so finden wir 1752 die ersten Berichte in den Akten. Es wird darin über
den Willen der Gemeinden berichtet, so in Haltingen, Wollbach, Egringen,
Tüllingen, daß diese Gemeinden ihr Schulwesen ernstlich zu verbessern wünschen.
Gerichtet waren diese Schreiben an den damaligen Landesherrn, den durchlauchtigsten
Markgrafen, gnädigsten Fürst und Herrn. So einfach war diese Angelegenheit
nun wieder nicht. Es fehlte an allem. Teils war es der Mangel an
Schulhäusern, teils die geringe Besoldung und auch die zu besorgende Überlast
an Fremden. Dies erweckte bei den Gemeinden das Verlangen, daß ihnen Männer
aus ihrer Mitte zu Schulmeistern gegeben würden. Sie sollten haben eine eigene
Wohnung oder ein eigen Gütlein, wovon sie ihre Nahrung ergänzen können. Die
geldliche Vergütung reichte also allein nicht aus.

Gehen wir noch auf einige Namen, auch außerhalb von Egringen ein, so finden
wir in Wollbach den Blasius Ritter - in Haltingen den Sebastian Däublin - in
Tüllingen den Nicolaus Muser und endlich in Egringen den Nicolaus Keller,
dessen Vater, Johann Jakob Keller, der Urbesitzer des heutigen Schulhauses war.
Diese nun sollten zur Erlernung der nötigen Wissenschaften vorgeschlagen
werden. Sie mußten sich aber mit Oberamts- u. Specials-Zeugnissen legitimieren
können. Sie sollten im Rechnen, Feldmessen und auch im Christentum unterrichten
können, ferner, wie man Frage und Antwort einzurichten hätte. Das
Orgelschlagen gehörte auch dazu, obwohl in den angeführten Gemeinden keine
Orgeln vorhanden waren. Gelernt haben sie diese Kunst in Basel. Es mußten
Handschriften eingereicht werden, um die günstige Weiterbildung daraus ersehen
zu können. Sebastian Däublin in Haltingen erhielt bereits ein Decret, da er am
schlechtesten geraten sei. Auch zur Gerichtsschreiberei-Geschäften konnten sie
herangezogen werden, wenn es einmal nötig sein sollte. Auf den Ruf des Schulmeisters
, einen ordentlichen Lebenswandel zu führen, kam es ganz besonders an.
Am 14. 12. 1753 werden nun diese vorgeschlagenen „Subjecta", vom „Fürstl.
Kirchenrats-Collegii" den an den Orten sich befindlichen Schulmeistern ad-
jungiert. Dieses Decretum geht an das Ober-Amt und Specialat Rötteln mit dem
Bemerken, „daß gerade der Däublin so allschon ein Expedance-Decret bekommen
hatte, sich zu befleißigen habe, wann er dieser Gnade einst würklich ,theilhaftigc
werden wolle, allen erforderlichen Fleiß fernerhin anwenden und eines christlichen
Lebenswandels sich befleißigen solle." Berichtet wird noch im Jahre 1754, daß
alle y2 Jahre „Specimina" vom Fleiß der Provisoren vor dem Ober-Amt und
Specialat abzulegen waren. Man hatte daraus ersehen, daß das Erlernte nicht vergessen
und die Übungen nicht verabsäumt wurden; trotzdem bedurften sie öfters
der Zurechtweisung. Der Bericht sagte auch Gutes aus, nämlich, „daß sie in den
Schulen, die sie versehen, gute Hoffnung aufs Zukünftige geben". Sehr aufschlußreich
für die damalige Zeit sind die Schlußsätze der Berichte des Speziais (Dekans):

„Ich beharre in tiefster Ehrfurcht Euer
Hochfürstlichen Durchlaucht
unterthänigst gehorsamster
getreuester Fürbitter H. Walz."

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