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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 248
(PDF, 61 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0250
Jahre 1811 sind weder alle Baumaterialien vorhanden noch ein Bescheid über die
Fronfreiheit zugegangen. Man weist darauf hin, daß es eines Großherzoglichen
Amtes Wille nicht sein kann, Vieh und Geschirr bloß zum Fronen auf den Landstraßen
zu gebrauchen und die Zeit damit zubringen zu müssen.

Mittlerweile hat man also das Haus aufgebaut, was aus einer sehr umfangreichen
Kostenverrechnung ersichtlich ist. Sie hier in allen Teilen aufzuführen würde zu
weit gehen. Es sei hier noch beiläufig erwähnt, daß der Gesamtkostenaufwand auf
1390 Gulden 56 Kreuzer zu stehen kam.

Wichtige Daten sind nun nicht mehr zu finden. Der Aufbau ist vollendet, und es
handelt sich in den folgenden Jahren lediglich um die Unterhaltung des Schulhauses
. Unter anderem tritt auch gelegentlich eine Beanstandung auf, die die nicht
ganz einwandfreie Dunggrube betrifft. Daneben müssen die Abtritte vorschriftsmäßig
erbaut sein, damit sie keine Gefahr für die Kinder darstellen.

Bei einer Schulvisitation am 20. 3. 1872 wird nun darauf hingewiesen, daß es
notwendig sei, das Haus so umzubauen, daß die Wohnung für den Lehrer ganz in
den 2. Stock zu liegen komme. Da die Zahl der Schüler (67) erheblich gestiegen
sei, ist ein zweiter Schulsaal unbedingt notwendig. Dabei ist es nicht zu umgehen,
daß das Ratszimmer irgendwo anders untergebracht wird.

Die Schule soll, was aber noch nicht ganz bestimmt ist, einen Unterlehrer
bekommen. Deshalb muß die Vorbereitung getroffen werden. Pläne und Kostenüberschläge
sind einzureichen, aber so, daß die ganze Angelegenheit nicht zu
kostspielig werde. Am 26. 3. 1872 kommen schon etwas greifbarere Vorschläge.
Die Ratsstube muß anderweitig untergebracht werden. Da sie sich über dem Schulsaal
befindet, eignet sich dieser Raum, so groß wie im 1. Stock, gut für einen
zweiten Schulsaal. Da der Anbau noch einstöckig ist, eignet er sich ausgezeichnet,
wenn er aufgestockt wird, für das zukünftige Unterlehrerzimmer. So würde sich
eine 4-Zimmer-Wohnung ergeben, deren Räume aber getrennt in beiden Stockwerken
liegen. Für die Abtritte müßte der Nachbarbau unter Umständen erworben
werden. Sein Besitzer, Karl Friedrich Moll, müßte aber dafür entschädigt werden,
was den Bau sehr verteuern würde. Also wäre es viel zweckmäßiger, gleich ein
neues Schulhaus zu bauen. Es wird nun beschlossen, daß die Gemeinde die Angelegenheit
vor den Bürgerausschuß bringt, den Erwerb eines geeigneten Platzes
ins Auge faßt und im übrigen nach den damaligen Baubestimmungen verfährt.
Die dazu nötige Gemeinderatsversammlung wird auf den 12. 11. 1873, morgens
11 Uhr, angesetzt.

Um 12 Uhr war die Gemeindeversammlung einbestellt. Zwei voneinander unabhängige
Beschlüsse ergeben folgendes: Laut Beschluß ist man der Ansicht,
das Schulhaus lediglich als solches zu behalten und entsprechend umzubauen.
Wegen der Gemeindestube hat man sich entschlossen, ein ganz neues Rathaus zu
erstellen. Der Platz, der am geeignetsten erschien, liegt im Rebstockgarten. Man
hofft, daß dieser Bau im Jahre 1875 ausgeführt werden könne.

Am 10. 2. 1874 wird ein Protokoll aufgenommen, das die Verteilung der Arbeiten
an die verschiedenen Handwerksmeister mit dem Voranschlag und Angebot
der Handwerker aufweist. Dabei gab es Angebote von über 20% bis 11%
unter dem Anschlag. Unterschrieben ist dieses Protokoll von:

Die Maurerarbeit übernahm Maurermeister Wilhelm Leisinger von Egringen
zu 671 Gulden 59 Kreuzer, die Steinhauerarbeit F. Ruf aus Kirchen zu 222 Gulden
9 Kreuzer, die Zimmerarbeit Severin Gingele von Egringen zu 897 Gulden

Hemberger, Bauinspektor
Sieglin, Bürgermeister

Brunner, Ratschreiber

Schopferer

Rotzler

Walser
Müller

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