Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (21.1959, Jahresband, Ortsgeschichte von Egringen)
1959
Seite: 274
(PDF, 61 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0276
Nach diesen beiden Gesichtspunkten war der Lehrplan aufgebaut. Einerseits sah
er Unterricht für Lesen, Rechnen und Schreiben vor, andererseits beherrschten
Katechismus, Biblische Geschichte und Kirchengesang das Feld. Die Schuljugend
war in Egringen in 3 Klassen eingeteilt:

1. unterste Stufe (3. Ordnung): Lernt lesen und memoriert Sprüche.

2. mittlere Stufe (2. Ordnung): Beginnt mit Schreiben, lernt den kleinen Katechismus und

weitere Sprüche.

3. obere Stufe (1. Ordnung): Unterricht in Schreiben, Rechnen, Großer Katechismus,

Spruchbuch, Kirchenlieder, Bekanntmachung mit der Bibel.

Die dritte Stufe wurde von den Schülern am längsten besucht.

Es ist nun interessant, einen Blick in den Egringer Schulunterricht aus der
Mitte des 18. Jahrhunderts zu tun. Spezial Walz, Lörrach, hatte 1766 einen „Schulschematismus
" aufgestellt, nach dem der Gang des Unterrichts vorgenommen
wurde. Es war wohl eine Zusammenfassung dessen, was zu jener Zeit ohnehin
üblich war, denn er deckt sich ziemlich mit dem Schematismus des Blansinger
Lehrers, den dieser bereits 1761 bei der Visitation vorgelegt hatte. Der Egringer
Schematismus dürfte dem Blansinger entsprochen haben. Demnach ging der
Unterricht wie folgt vor:

Montag

Gesang
Gebet

Der in letzter Woche tägl.
gelesene Gesang wird abgehört
nebst Bußpsalm.

1. Ordnung:

Überreicht, was aus Predigt
geschrieben. Recitiert den
Großen Katechismus.

2. Ordnung:

Recitiert den Kleinen Katechismus
.

Buchstabiert d. neue Lektion
.

3. Ordnung:

Buchstabieren u. Sagen des
ABC.

Dienstag

vormittags

Gesang
Gebet

Neuer Gesang nebst Bußpsalmen
gelesen.

1. Ordnung:

Aus d. Spruchbüchlein die
fein und grob gedruckten
Sprüche recitiert.

2. Ordnung:

Recitiert d. Kleinen Katechismus
, die grob gedruckten
Sprüche und neue buchstabiert
.

3. Ordnung:
wie Montag

Mittwoch

Der neue Gesang gesungen.

Gebet

Bibellesen

1. Ordnung:

Der große Katechismus

2. Ordnung:

Der Kleine Katechismus
wie am Montag vormittag

3. Ordnung:
wie am Montag

1. Ordnung:

a) Bibl. Historien.

b) Geschriebenes lesen.

2. Ordnung:

Liest die am Vormittag
buchstabierte Lektion.

3. Ordnung:
Schriften corrigieren.

Mit Gesang und Gebet geschlossen
.

nachmittags
/. Ordnung:

Hausschriften vorzeigen.
Das Geschriebene lesen.
Zergliederung des Spruchbuchs
und des Kleinen Katechismus
.

2. Ordnung:

Liest die vormittags buchstabierte
Lektion.

3. Ordnung:

Wie Montag vormittag.
Mit Gesang und Gebet geschlossen
.

1. Ordnung:
Rechnet und zeigt die
Schriften vor.

2. Ordnung:

Wie am Montag nachm.
Die Anfänger schreiben.

3. Ordnung:

Den Kleinen Katechismus
und ABC.

Mit Gesang und Gebet geschlossen
.

274


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1959/0276