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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (23.1961, Heft 1, Müllheim Baden)
1961
Seite: 68
(PDF, 52 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1961-01/0070
Neuerungen im Schulwesen

Aus dem gleichen Geist wurde dem Volksschulwesen erhöhte Bedeutung zugemessen
; aber das erzbischöfliche Ordinariat erhob abermals Forderungen. Der
Präsident des Ministeriums des Innern, Staatsrat Lamey, wies die Forderungen
klar zurück. Der Geistliche war nämlich nicht mehr Vorsitzender des
Ortsschulrats; er erhielt neben dem Bürgermeister und Lehrer, wie alle übrigen,
nur eine Stimme. Zugleich wurde die Schulaufsicht neu geordnet, es wurden
Kreisschulräte eingesetzt, die dem Oberschulrat verantwortlich
waren. Ende 1864 waren bereits 1679 Ortsschulräte gebildet; 89 Schulgemeinden
hatten sich unter dem Einfluß der Kurie geweigert. 1871 gab endlich
die Kurie nach, weil die Regierung erklärte, daß sie einen Rechtsanspruch der
Kirche auf Mitleitung des öffentlichen Schulwesens nicht anerkenne.

Von Schleswig-Holstein bis zur Auflösung des »Deutschen Bundes"

Bedenklich hatten sich die Gegensätze Preußens und Österreichs
wegen Schleswig-Holstein entwickelt. Preußen besetzte
Holstein, um den Hafen Kiel zu erhalten und den schon längst ersehnten Kanal
von der Ost- zur Nordsee bauen zu können und so dem Schiffsverkehr den gefährlichen
Weg um Kap Skagen zu ersparen. Österreich wollte die Entscheidung
dem Bundestag überlassen. Daraufhin erklärte Preußen den Bund für aufgelöst.
Der Krieg zwischen Preußen, Österreich und den süddeutschen und mitteldeutschen
Bundesländern war unvermeidlich geworden. In diesen Strudel wurde
auch Baden mit hineingerissen.

Unter den Schlägen in Böhmen und der Entscheidung von Königgrätz
am 3. Juli 1866 waren die Gefechte der Hannoveraner, die kapitulierten,
und der Badener, Württemberger und Bayern an der Mainlinie, wo sie geschlagen
wurden, zu Episoden herabgesunken. Ihre Vereinigung war nicht gelungen,
da der Kommandierende der preußischen Mainarmee und seine Offiziere, zu
selbständigem Handeln erzogen, schnell, entschlossen und zielbewußt angriffen.
Der Erfolg fiel ihnen zu. Frankfurt, die Bundeshauptstadt, wurde besetzt
und verlor ihre Selbständigkeit. Der „Deutsche Bund"
war aufgelöst; der „Deutsche Krieg" — so wird dieser Waffengang von
1866 genannt — hatte zu seinem Ende geführt. Österreich schied sich von da
an ab, verlor aber kein Gebiet, da Bismarck voraussah, daß er eines Tages Österreich
zu einem Bundesverhältnis nötig habe, um den Frieden in Mitteleuropa
zu erhalten.

Eine Vorstufe hierzu war das Zollparlament des Jahres 1868; seine
Abgeordneten wurden in der Sicht auf das Reich gewählt. Der frühere badische
Minister Freiherr Franz von Roggenbach war dazu aus der Wahl hervorgegangen
.

Der deutsch-französische Krieg 1870171

Statt des angesagten großen Manövers zwischen Freiburg und Lörrach entwickelte
sich aus den drohenden Wetterwolken im Westen der Krieg von
1 8 7 0/7 1. Das Gestade des Rheins wurde sogleich von Wachmannschaften besetzt
, denen von Karlsruhe die Gewehre zugingen. Die Müllheimer Mannschaft
stand bei N e u e n b u r g. Rasch folgten die Siegesnachrichten von Weißenburg
und Wörth und der 3 Schlachten um Metz.

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