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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (23.1961, Heft 1, Müllheim Baden)
1961
Seite: 126
(PDF, 52 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1961-01/0128
durch einen französischen Soldaten in einem Nachbarhause mit dem Bajonett tödlich
verwundet; wie das Kirchenbuch berichtet, ist er 36 Stunden später am 25. Januar
gestorben. Im Januar 1715 zog die französische Besatzung von Freiburg ab.

Die Gebäude der Mühle waren früher erheblich kleiner. Sie wurden, wie Sievert
erwähnt, 1175 durch eine Sägemühle erweitert. Unter anderen waren auch Christian
Henssler, der Großvater des heutigen Besitzers der Henssler-Mühle, sowie
Max Diethelm, der Urgroßvater des heutigen Besitzers der Diethelm-Mühle,
Pächter. Die letzte Besitzerin der Mühle mit dem Namen Frick, Frau Minna Frick
geb. Kallmann, starb am 13. April 1912. Ihre elterliche Heimat war das schon
oben erwähnte Anwesen in der Himmelreichstraße, das wir auch als Hof gut der
Herren von Baden annehmen müssen. In Frau Fricks Hand war noch der überaus
große landwirtschaftliche Besitz, der zur Mühle gehörte, vereinigt. Allein an
etwa fünfzig Orten besaß sie Reben. Neben zahlreichem Vieh und Pferden zählten
gegen fünfzig bis sechzig Schafe zum lebenden Inventar. Frau Frick war eine
große Tierfreundin. Hatte sich eine Ente verletzt, so half sie wie ein Tierarzt
dem Geschöpf, indem sie operierte und die Wunde nähte. Gern wäre sie Ärztin
geworden. Den Armen gegenüber galt sie als große Wohltäterin. Sie war es auch
gewesen, die den Arzt und späteren Bürgermeister von Müllheim, Dr. Nikolaus,
der früh seine Eltern verloren hatte - sein Vater war Postschaffner gewesen -
studieren ließ und ihn schließlich ganz zu sich nahm.

Auf der Frick-Mühle herrschte allezeit reges Leben. Ihre geschäftlichen Beziehungen
reichten bis weit ins Elsaß hinein; über den Rhein hinüber wurde viel
„z'Mühli-gfahre". Im ersten Jahrzehnt unseres Jahrhunderts hat dann das Klappern
der beiden großen Wasserräder aufgehört, die Mühle stand still. Fritz Lais war
der letzte Müller- und Fuhrknecht. Aus dem Mühlenraum wurde ein Lager, das
Mühlrad ist zerbrochen. . .

Die Sprengenmühle

„Wie lange wirds gehen, bis auch der Name Sprengenmühle vergessen sein
wird!" So schreibt der Müllheimer Chronist Sievert 1886. Heute ist es so weit, daß
unsere Generation nichts mehr von dieser Mühle weiß, die, wie Sievert annimmt,
eine der ältesten der Müllheimer acht Mühlen gewesen sein muß. Es erinnert kein
Wasserrad mehr an ihr Dasein, selbst der Name ist verschwunden. Die zur Mühle
gehörenden Gebäude, die im Lauf der Jahrzehnte und Jahrhunderte mancherlei
Veränderungen erfahren haben, sind in unseren Tagen unter dem Namen „Gasthaus
zum Bad" bekannt. Überaus reich spricht an dieser Stätte die Geschichte zu uns.
Mühle, Bad, Brauerei, Wirtschaft, Schützenhaus, Steinbruch, das gab es und gibt es
zum Teil heute noch „im Tälchen unterm Himmelreich".

Die Mühle wird zwar erst im 14. Jahrhundert genannt, doch läßt ihr Name auf
ein höheres Alter schließen. Die adelige Familie der Sprenge erscheint in Urkunden
von 1266 und 1280. Dies sind auch die einzigen Spuren, welche von diesem Adels-
geschlecht für Müllheim von dem Chronisten aufzufinden waren. Im Jahr 1421 wird
die „Müli in der Kaichen, heißet Sprengenmüli" bei dem Lehen angeführt, welches
Erhart von Neuenfels vom Markgrafen Rudolf von Hachberg erhält. In den folgenden
Zeiten nennen Seelbuch, Kaufbriefe und andere Urkunden zahlreiche Namen
von Sprengemüllern: Martin Schmidt, Heinrich Häusser, Jockel Clöuwly (Kley-
ling?). Interessant ist, daß der genannte Heinrich Häusser (1562) an die Stadt
Neuenburg seine im „Himmelreich" gelegenen Steingruben in Tausch gab gegen
andere Steingruben und Güter. Die Chronik von Neuenburg, von Stadtpfarrer
F. Huggle, erwähnt in diesem Zusammenhang (auf Seite 278) auch den Mühlenbach

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