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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (23.1961, Heft 1, Müllheim Baden)
1961
Seite: 128
(PDF, 52 MB)
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für alle Krankheiten gut ist", sondern er gibt darin auch allgemeine Verhaltungsmaßregeln
für die Badegäste, wie sie „den Leib zur Cur der Gebühr nach zu präparieren
haben", wie das Wasser der Quelle getrunken werden soll. „Schädlich ist auch
das Sauffen und Schwelgen". Durch Vogt Heidenreichs Tochter kam die Wirtschaft
an Jeremias Gmelin, dann an dessen Sohn Johann Jakob Gmelin. Aus des letzteren
Gantmasse wurde das Bad mit der Wirtschaft zum Hirsch, dem Schützenhaus, der
Schießmatte, Äckern, Matten, Reben und Wald im Jahre 1815 durch den Ochsenwirt
Engelhard Friedrich Engler erworben. Dieser ließ beträchtliche Neubauten ausführen
und die Wirtschaft durch Pächter betreiben. Im steinernen Türbalken der
Haustüre des Gasthauses sind heute noch die Anfangsbuchstaben seines Namens und
die seiner Frau, Anna Maria Kaltenbach, mit der Jahreszahl 1815, zu lesen.

Von seinen Nachkommen kam das Anwesen mit der durch Albert Engler an
Stelle der Sprengenmühle erbauten neuen Brauerei im Jahre 1880 an Nikolaus
Ganter. Im Besitz der Familie Ganter blieb es - mit einer kurzen Unterbrechung
- bis in die Gegenwart. Albert Engler hatte einen Bierkeller in den Berg hineingebaut
, neben dem heutigen Steinbruch, und daneben schöne gärtnerische Anlagen
geschaffen, von denen bis heute noch Pflanzen - wenn auch verwildert — ins „Ganters
Wäldele" übrig geblieben sind. 1881 trieb Nikolaus Ganter neben dem Bierkeller
einen Eiskeller dreißig Meter tief in den Berg hinein. An der Stelle des Steinbruchs
, der von Ganter begonnen wurde, waren einst Hopfenpflanzungen, deren
Ernte in der Brauerei verarbeitet wurde. Infolge der Konkurrenz der
Großbrauereien wurde die Brauerei stillgelegt. Vom Wasserrad, das
auch die Maschinen der Brauerei getrieben und später den Glasermeistern Mütsch
und Stolz für ihren in den Brauereiräumen untergebrachten Betrieb als Kraftquelle
gedient hat, ist nur ein Stück der Welle übriggeblieben.

Bis zum Jahr 1913 wurde in dem Badhaus bei Ganter gebadet. Mit der Anlage
der städtischen Wasserleitung, die das Baden im eigenen Heim erleichterte, und
nachdem auch Ganter die Quelle für das Thermalschwimmbad an die Stadt verkauft
hatte, rentierte sich der Betrieb nicht mehr. Das Badhaus schloß für immer seine
Pforten.

Die Diethelm-Mühle

Von den früheren acht Müllheim er Mühlen werden
heute noch zwei, die Henssler-Mühle und die Diethelm-
Mühle gewerbsmäßig betrieben. Uber die älteste Geschichte der
Diethelm-Mühle ist Dunkel gebreitet. Schon der Müllheimer Chronist Sievert bemerkt
, daß über diese Mühle die wenigsten Nachrichten aufzufinden gewesen seien.

Um so mehr lockt es, ihrem Schicksal nachzugehen. Die jetzige Mühle wurde
1733 von Nikolaus Blankenborn erbaut. Was mit dem früheren Bau geschah, ist
nicht mehr festzustellen, da keinerlei Urkunden vorhanden sind. Auf einem alten
Bild zeigt die Mühle noch kein Satteldach wie heute, sondern — wie der Fachmann
sagt - ein Krüppelwalmdach, d. h. die Giebel waren abgeschrägt. Daß vor dem
heutigen Bau schon eine Mühle gestanden haben muß, beweisen Überreste von Fundamenten
; auch ist in der westlichen Giebelmauer, wo es früher zum Wasserrad
ging, ein alter Mühlstein eingemauert. Am Keller sind die Buchstaben NAMCBl
mit der Jahreszahl 1702 zu lesen. „Bl" wird wohl Blankenborn heißen, eine Deutung
der übrigen Buchstaben ist schwer. „Der Sage nach", schreibt Sievert, „soll die
Mühle ehemals zu Schloß Rosenburg gehört haben; sie wird auch einmal als Meder-
sche Mühle bezeichnet." (Die Meder waren über hundert Jahre Besitzer der Rosenburg
, bis 1695.) „Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts (also 18. Jahrhundert) hatte
eine größere Anzahl Personen daran teil; wie das gekommen, weiß ich nicht anzu-

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