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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (23.1961, Heft 1, Müllheim Baden)
1961
Seite: 133
(PDF, 52 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1961-01/0135
dung zu seiner Bitte an den Markgrafen, dem das „Wasserregal" zukam, schrieb
Willin unter anderem: „. . . weil ich bei trockenen Zeiten nicht einmal Wasser genug
zu einem halben, viel weniger aber zu einem ganzen Rad habe."

Nach einem Plan aus dem Jahre 1596 - ebenfalls im Besitz von Frau Muser-Ott -
ist auch der Standort der „Rosenburg" auszumachen. Der Plan, den einst Zementer
Gustav Ott in Müllheim als Erbstück von seinem Schwiegervater Koger, dem Eigentümer
der Kogermühle, erhalten hat, trägt folgende Überschrift: „Plan von des
Johannes Willi, Müllers samlichen Guth um die Mühl nebst dem Meßhalt auch wie
solches bis an Hauptbach (das ist der Klemmbach) geht. 3. Feb. 1596."

Der oben erwähnte Johann Martin Koger, geboren in Auggen 1774, gestorben
1843, war mit Maria Barbara Willin (geboren in Müllheim 1793, gestorben 1840)
verheiratet. Beide Eheleute starben an Wassersucht. Ihr Sohn, Johannes (geboren
1814, gestorben 1901), der die Mühle weiter betrieb, war verheiratet mit Wilhelmine
Maler von Müllheim. Ein Vorfahre von Frau Wilhelmine Koger geb. Maler,
Dr. Friedrich Wilhelm Maler, war Oberhof rat und Leibarzt in Karlsruhe; er hat
eine Familiengeschichte des Geschlechts der Maler geschrieben, aus der wir unter
anderem entnehmen können, daß ein Johann Joseph Maler, geboren 1608, Amtsverwalter
und Burgvogt zu Badenweiler war. Ein Johann Wilhelm Maler, geboren
1717, wurde 1763 Special und Pfarrer zu Müllheim, 1768 Kirchenrat; er starb 1789
in Müllheim.

Johannes Koger, der, wie erwähnt, 1901 im Alter von 87 Jahren starb, war der
letzte Müller auf der Koger-Mühle. Im Jahre 1904 wurde sie von den Erben an die
Stadt Müllheim verkauft. Die Mahlwerke wurden stillgelegt. Der etwa 60 Hektar
große Grundbesitz wurde bald in viele Hände zerstreut. Im Jahr 1908 wurde im
zweiten Stockwerk des Anwesens die Städtische Frauenarbeitsschule untergebracht.
Die Ökonomiegebäude wurden 1910 abgerissen, und über 24 Ar Hofraite der Koger
-Mühle wurden zum Areal des in diesem Jahr errichteten Neubaues des Städtischen
Schlachthofes abgegeben.

Im Jahre 1922 lösten Glasschleifer die Müllerknechte ab. Karl Mayer pachtete
das Anwesen und richtete darin die Glaswerk-GmbH ein. Im Jahre 1946 gründete
Karl Mayer, zusammen mit seinem Bruder Paul, der schon seit 1923 im Betrieb
tätig war, die heutige Firma Hellma GmbH. 1950 erwarb die Firma das Anwesen,
das im Lauf der Jahre wesentlich erweitert und zu einem schönen Werk ausgebaut
wurde. Seine Erzeugnisse, hochwertige Glasinstrumente für Wissenschaft und Technik
, genießen heute Weltruf.

Die Kaiser-Mühle

Mit den Müllheimer Mühlen sind wir jetzt ganz bachabwärts gekommen und
bei der Kaiser-Mühle gelandet. Sie ist die unterste Mühle im Tal, das nach wenigen
Schritten in die Ebene einmündet. In der Sievert'schen Chronik ist zwar noch von
einer achten Mühle die Rede. Es heißt dort, daß im Jahr 1462 zu Neuenburg Verhandlungen
gepflogen wurden über eine abgegangene Mühle, „welche am Bache zunächst
der Stadt dicht an der Müllheimer Banngrenze gelegen war und den Müllhei-
mern gehörte. Letztere hatten, nachdem die Mühle durch Hochwasser zerstört worden
, den Platz zu ihrer Allmend geschlagen, während die Neuenburger das Besitzrecht
beanspruchten. Die Entscheidung ging dahin, daß dem Bürgermeister von
Neuenburg aufgegeben wurde, nebst sechs Räten in Monatsfrist das behauptete
Recht eidlich zu beweisen, worauf dann die Müllheimer aus dem Besitz zu weichen
hätten." Von dieser Mühle ist heute keine Spur mehr vorhanden.

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