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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (31.1969, Heft 2/3)
1969
Seite: 120
(PDF, 16 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1969-02-03/0058
In einem zweiten, ebenfalls gewichtigen Teil nimmt Werner Fischer eine Auswertung
dessen vor, was er an Flurnamen gesammelt hat. Hier ist von der
Sprachgeschichte, der Wortbildung und der zeitlichen Schichtung die Rede, also
davon, wann die einzelnen Flurnamen aufgekommen sind. Durchweg interessante
Kapitel, auf die indessen hier nicht eingegangen werden kann. Ein ausführliches
Literaturverzeichnis und anderweitige Quellenangaben lassen einmal mehr gewahr
werden, wie tief Werner Fischer in die Urgründe der Flurnamenhistorie und
-bedeutung eingedrungen ist. Sein Buch vermag man nicht in einem Zug zu lesen.
Hat man aber erst einmal damit begonnen, so widmet man ihm gern freie Stunden
. Und man fühlt sich dem Verfasser dankbar verpflichtet!

Adliger

Zwei abgegangene Siedelungen gleichen Namens am Tüllinger Berg

und im Kandertal

Von Friedrich Kuhn

Im Markgräflerland und in den angrenzenden Gebieten sind zahlreiche Dörfer
und Höfe im Laufe des Mittelalters aufgegeben worden. Zum großen Teil handelt
es sich um Siedelungen, die in der 2. Hälfte des 7. Jahrhunderts gegründet worden
sind. Ihre Zahl kommt nahe heran an die unserer heutigen Städte und Dörfer.
Es gibt Gemarkungen, die mehrere solcher Wüstungen aufzuweisen haben.

Die Gründe für die Auflassungen waren verschieden. Die wichtigsten seien
hier angeführt: Manchmal waren die neu gerodeten Böden weniger ertragreich und
zwangen zur Aufgabe der Gehöfte. In vielen Fällen war es die Pest, die zur
Verödung führte. Diese Krankheit flackerte im Laufe der Jahrhunderte immer
wieder auf und entvölkerte ganze Landstriche. Die übriggebliebenen rückten im
Hauptort, im Kirchdorf, zusammen. Die Hauptursache aber bildeten wohl die
zahlreichen Fehden des Mittelalters, die auf dem Rücken der Bauern ausgetragen
wurden. Die Dörfer wurden ausgeplündert und niedergebrannt, die Felder wurden
verwüstet und Obstbäume und Reben ausgehauen. Bei diesem Vorgehen wurden
zwar auch die Grundherren geschädigt, da Zinsen und Abgaben nicht mehr eingingen
. Die Hauptleidtragenden aber waren die Bauern. Die Herren saßen auf
ihren Burgen, wo ihnen schwer beizukommen war. In dieser Lage zog es die
Landbevölkerung vor, die Außensiedlungen aufzugeben und in die Dörfer oder
Städte zu ziehen. Die größere Zahl von Einwohnern gestattete eine bessere Verteidigung
. Keinesfalls aber ist die Verödung zahlreicher Orte auf den Dreißigjährigen
Krieg zurückzuführen. Zu diesem Zeitpunkt war der Vorgang der
Wüstungen im wesentlichen abgeschlossen.

Für diesen Zweig der Siedelungsgeschichte bilden Flurnamen und Urkunden
des Mittelalters die wichtigsten Unterlagen. Dabei ist ein gründliches Abgehen
der Gemarkung und das Studium der Katasterpläne, namentlich der älteren, unerläßlich
. Diese Arbeitsweise und ihre Ergebnisse sollen in dieser Abhandlung an
2 Beispielen gezeigt werden. Es handelt sich um den Flurnamen „Im Adliger", der
sowohl an der Grenze der Gemarkung Tumringen/Ötlingen wie auch an der von
Rümmingen/Schallbach vorkommt. Beide Gewanne liegen in Luftlinie etwa 5 km
voneinander entfernt.

1. „Im Adliger" am Tüllinger Berg

Die abgegangene Siedelung am Tüllinger Berg wird bezeugt durch den Flurnamen
und in Urkunden des ausgehenden Mittelalters. Inge Gulla (1) konnte eine
Reihe von Belegen aufzeigen. Dabei ergab sich, daß die Namensform „Im Adliger"

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