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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (39.1977, Heft 1/2)
1977
Seite: 79
(PDF, 42 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1977-01-02/0081
Truppen des Generals Moreau und vom 30. Oktober 1796 bis zum 23. April 1797 gewesen
ist. Das Haus besaß eine Freitreppe, denn ich fand in dem unveröffentlichten Tagebuch
des Grafen von Signier, Jäger noble, unter dem Datum des 31. Januar 1797: „Erzherzog
Charles (Karl) hat heute das Hauptquartier (von Müllheim) passiert und mußte
diese Route nehmen, um nach Hüningen zu kommen. Ich bin in Müllheim gewesen, um
ihn bei seiner Ankunft zu sehen. Er war nur von Monsieur von Bellegarde begleitet.
Prinz de Conde erwartete ihn auf der Freitreppe, wo sie sich umarmten und von wo er
und Monsieur de Bellegarde in seine Wohnung gingen."

Wie Vicomte Grouvel in seinem Brief an K. W. Beidek vom 3. März 1957 zu dem
Bild erwähnt, ist Prinz de Conde in der grau-blauen Uniform seiner Armee dargestellt
mit dem roten Kragen mit geblümter goldener Litze, golden Epauletten, dem blauen
Band des Ordens von St. Esprit und dem Kreuz des Ordens von St. Louis mit rotem
Band. Der Hut an seiner Seite trägt die Kokarde und den weißen Federbusch. Der
Hintergrund stellt die Schlacht bei Biberach am 2. Oktober 1796 dar, in der der Prinz
an der Spitze seiner kleinen Armee den Rückzug der österreichischen Armee des Generals
Baillet de Latour deckte, bedrängt durch die republikanischen Streitkräfte des Generals
Moreau.

Napoleons General Graf Johann Rapp und seine
verwandschaftlichen Beziehungen zur Familie
der Freiherren von Rotberg in Rheinweiler

von Fritz Schülin

Im „Rotberger-Hof" zu Rheinweiler fordert ein auffallend merkwürdiger Sandsteinsockel
den Besucher zur Frage nach dem Sinn und Ursprung des kleinen
Denkmals heraus. Die quadratische, stabile Abdeckplatte über dem wuchtigen
Sockel könnte man sich ursprünglich als Träger eines stattlichen barocken Standbildes
denken, welches wie viele andere Kostbarkeiten aus dem Schloß- und
Familiengut in den Wirren der Kriege oder in Abwesenheit der Herren zerstört
wurde oder verloren ging. Eine urkundlich gesicherte Uberlieferung vom Stifter
des Steins gab es bisher nicht. Beim jetzigen Herrn — Freiherr Kurt Wolf von
Rotberg, wird er als „Rapp-Stein" vorgestellt. Dieser Begriff regte zu weiteren
Untersuchungen der Zusammenhänge des Namens „Rapp" mit den anderen Zeichen
, welche alle 4 Seiten des Steins füllen und nach Aussage des jetzigen
Besitzers vom „Rotberger-Hof" und des Steins, im Laufe der Zeit und der
Generationen um- und mit Zusätzen neu gestaltet worden seien. An der Stirnseite
ist im Wappenbild der „Badische Fidelitasorden" rund um den Rotberger
Querbalken eingemeißelt. General Rapp hatte diesen Treue-Orden vom Großherzog
von Baden empfangen, und dessen Einmeißeln in den Familienstein sollte
wohl die innige Verbindung des eingeheirateten Generals mit der badischen
Herren-Familie der von Rotberg dokumentieren. Deshalb wird das bescheidene
Denkmal als „Rapp-Stein" überliefert.

Doch seine Zeichen weisen einen anderen Stifter nach

Unter dem Ordensschild zeigt eine Tafel drei Zeilen mit zahlreichen Initialen,
Anfangsbuchstaben eines Titels oder Namens ohne Jahreszahl, welche bisher nicht
entziffert wurden, an sich aber den Beschauer zur Deutung reizen. Mit Hilfe des
Textes auf der Ostseite des Steins und Vergleichen ähnlicher Texte in Familien-
Akten und der Stammtafel von Rotberg konnten nun die Buchstaben gedeutet
und damit wohl auch der eigentliche Stifter des Steins erkannt werden:

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