Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (50.1988, Heft 1)
1988
Seite: 46
(PDF, 35 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1988-01/0048
Rund um den Belchen

Beitrag zur Siedlungsgeschichte der Täler
im Umkreis des Berges (Münstertal. Großes und Kleines Wiesental)

Albrecht Schlageter
Vorbemerkung

Eine Gruppe von Autoren machte sich in den 1970er Jahren daran, dem wohl markantesten
Gipfel des Schwarzwalds, dem Belchen, eine Monographie zu widmen, worin
eine Vielfalt von Bereichen der Naturwissenschaft sowie der Geschichte und Gegenwart
angesprochen wird. Seit fast acht Jahren warten nun die Mitarbeiter auf das Erscheinen
des in der Schlußredaktion und Herstellung befindlichen Buchs. Da noch viel
Wasser die Wiese und den Rhein hinabfließen dürfte, ehe die Karlsruher Landesanstalt
für Umweltschutz als Herausgeber das Buch freigeben wird, erlaube ich mir, meinen
Beitrag zur Siedlungsgeschichte in diesem Heft vorzustellen. Ich folge dabei im wesentlichen
meiner eigenen Vorlage, doch habe ich im Großen Wiesental, in welchem der
Schwerpunkt der Untersuchung im Talabschnitt Schönau und seinen belchennahen Seitentälern
von Böllen, Schönenberg, Aitern und Wieden lag, die Ausführungen um den
Raum Todtnau, das Prägtal und die Fröhnd ergänzt, so daß jeweils die gesamten oberen
Teile der drei Haupttäler um den Belchen zu Wort kommen.

Die räumliche Durchdringung des südwestlichen Schwarzwaldes, seine wirtschaftliche
Erschließung und Nutzung sowie die damit verknüpfte Besiedlung geht wesentlich
auf die Pionierarbeit des großen Landesausbaus im 11. und 12. Jh. zurück, obwohl Ansätze
dazu noch weiter zurückreichen. Vom Altsiedelland der gebirgsnahen Zone im
Rheintal und im vorderen Wiesental her ergriff der Ausbau zunehmend die in Bodenart
, Gelände- und Klimalage ungünstigeren Gebirgs- und Waldzonen. Für das Umfeld
des Belchen zeichnen sich bei aller Parallelität derVörgänge im gesamten Schwarzwald
besondere Voraussetzungen und Gegebenheiten ab, die nicht ohne Auswirkungen geblieben
sind; nämlich:

- die verhältnismäßige Randlage des Hauptgebirgskammes mit dem Belchen: nur
zehn Kilometer ist der Hochgipfel vom Fuß der Vorberge bei Staufen entfernt. Das vergleichsweise
tiefeingeschnittene und kurze Münstertal trifft zusammen mit seinen aufgefächerten
Seitentälchen in steilenTalschlüssen auf eine hohe Bergfront. Demgegenüber
besitzt das Große Wiesental mit seiner breit ausladenden glazialen Ausformung
eine rund 200 m höher gelegene Basis, aus welcher die Seitentäler gemächlicher, sanfter
ansteigen. Nur das Böllener Tal in der Südostflanke des Belchen erinnert etwas an
die Westtäler. Im Süden stößt das Tal der Kleinen Wiese als einziges Haupttal unmittelbar
auf den zentralen Bergstock des Belchen und bildet am Südabsturz des Berges einen
mit 700 bis 800 m recht hochgelegenen, kesselartig erweiterten Talabschluß. Für
den Ausbau und die Erschließung boten daher die entlegeneren südlichen und östlichen
Bereiche des Beichenmassivs günstigere Möglichkeiten als die westlichen und
nördlichen, von der Basis her leichter erreichbaren.

- Einsattelungen in dem vom Schauinsland über Belchen und Köhlgarten bis zum
Blauen hin wie eine abweisende Wand erscheinenden Hauptkamm des Gebirges zogen

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