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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (51.1989, Heft 2)
1989
Seite: 132
(PDF, 34 MB)
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Politisches Leben

Die Auswirkungen der 48er Revolution auf Schönau waren trotz einiger direkter Berührungsmöglichkeiten
unbedeutend. Ausgehend von Weil, Leopoldshöhe, griffen die
Unruhen von 1923 auch auf Schopfheim und Schönau über.

Bis ins Kaiserreich konnte die Gesinnung der Bevölkerung als überwiegend klerikal
katholisch, abgesehen von Beamten und Angestellten, charakterisiert werden. Die in
Baden allgemein erkennbare Polarisierung zwischen Nationalliberalen und Zentrum
wurde im katholischen Amtsort besonders deutlich. In der Anfangszeit des Kaiserreichs
genossen die Nationalliberalen stark erhöhte Repräsentanz in der katholischen
Bevölkerung, wobei es ihnen letztmals 1887, dem allgemeinen Trend entsprechend, gelang
, mit absoluter Mehrheit (54,0%) abzuschließen. Das Zentrum stellte die stärkste
Partei mit fast durchweg absoluter Mehrheit (Spitzenergebnis in der Wahl 1881:
82,1%). Die beiden genannten Parteien bildeten fast ausschließlich das politische Spektrum
, wobei zwischen beiden ein starker Anteil von Wechselwählern (maximal 30%)
bestand. Ab 1890 stabilisierten sich im Kaiserreich die Wahlverhältnisse mit Zentrum
um 70 und Nationalliberale um 22% sowie ab 1903 einem geringen Stimmenanteil für
die SPD (1903 maximal 8,2%).

Die ersten Wahlergebnisse von 1919 und 1920 stellten ein Votum für die Weimarer Parteien
dar. Im katholischen Schönau hielt das Zentrum weiterhin die absolute Mehrheit
auch bei der Wahl 1932. Der allgemeine Trend bezüglich der übrigen Parteien wurde
auch in Schönau sichtbar: die DDP mit 1919 16,8% zersplitterte sich und sank zur Bedeutungslosigkeit
ab (1932). Die NSDAP erreichte bei der ersten Wahl 1924 lediglich
3,6 und 1932 dann 30,4%.

Bei den Bundestagswahlen erreichte die CDU gemäß der Zentrumstradition in Schönau
immer die absolute Mehrheit mit dem Bestergebnis von 63,1% (1957). Die SPD.
stets zweitstärkste Partei, lag deutlich um ein Drittel der abgegebenen Stimmen; ihr
auffallend niedrigstes Wahlergebnis war 1953 mit 18.8%. Der allgemein zu beobachtende
Rückgang der FDP von ursprünglich 20 auf 7% wurde auch in Schönau deutlich
(schlechtestes Wahlergebnis 1969 mit 4,3%). Die Landtagswahlergebnisse der FDP fielen
immer um einige Prozentpunkte geringer aus als die der Bundestagswahlen bei
sonst üblichen Mehrheitsverhältnissen und Entwicklungen. Die Grünen, 1980 erstmals
angetreten, erreichten damals 1,5% und steigerten sich 1987 auf 8,7%.

An den Wahlergebnissen aus den letzten zwanzig Jahren Kommunalwahlen wird
deutlich, daß auch hier anteilig die CDU dominiert, zusammen mit der FWV, was aufgrund
gemeinsamer Wahllisten nicht immer erkenntlich ist. Die FWV erreicht etwa
20% der Stimmen. Die SPD kann im allgemeinen ein Viertel der Wählerstimmen auf
sich vereinigen.

Land- und Forstw irtschaft

Die Landwirtschaft, im 19.Jh. Haupterwerbsquelle, blieb noch weit ins 20. Jh. ein
bedeutenderWirtschaftszweig in Schönau, zumal auch die am Ort ansässigen Fabrikarbeiter
und Handwerker meist über einigen Grundbesitz verfügten und sich die Allmendweide
zunutze machen konnten. Aufgrund von vorgegebenen, wenig günstigen
Produktionsbedingungen wie verkürzte Vegetationsdauer, hohe jährliche Niederschlagsquoten
, ungünstige Reliefbedingungen und geringwertiger Boden erlaubt die
landwirtschaftliche Betriebsführung nur extensive Bewirtschaftungsformen. Ackerbau,

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