Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 25
(PDF, 30 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0027
Steinen und seine ehemaligen Steingruben

Horst Hänßler

Vorwort

Wohl bei jeder Ortschaft gibt oder gab es Steinbrüche, wenn abbaubare Gesteinsarten
für den Hausbau vorhanden sind. Weshalb sind dann die Steinerner
Steinbrüche, früher Steingruben genannt, besonders erwähnenswert?

Es dürfte dafür zumindest 2 Gründe geben:

Da ist zunächst die Gesteinsart und die Qualität der Steine. Nördlich der Wiese
erstreckt sich bei Steinen eine ausgedehnte Buntsandsteintafel, an deren Hangbereichen
gut die Anlage von Steinbrüchen möglich war. Der besonders auf der
Gemarkung Steinen, aber auch auf den Gemarkungen Hauingen. Hägelberg und
dem nördlich der Wiese liegenden Gemarkungsteil von Höllstein abgebaute feinkörnige
Buntsandstein war ein sehr gut zu bearbeitender universeller Werkstein.
Aus ihm stellten früher Steinhauer und Steinmetze Tür- und Fenstergewände.
Torbögen. Eck-und Mauerquader. Ofenplatten (Sitzplatten für die „Kunst"), Ofenfüße
. Brunnen und Futtertröge. Wassersteine. Schleifsteine. Grabsteine und Grabplatten
. Bodenplatten und vieles andere her. Meist nur an der Stirnseite bearbeitete
Steine wurden jahrhundertelang natürlich auch als Mauersteine verwendet.

Nicht nur einheimische Steinhauer und Steinmetze verarbeiteten diesen traditionellen
Werkstoff, auch auswärtige Handwerker bezogen Steine von hier. In vielen
Dörfern des Markgräflerlandes ist der Buntsandstein das vorherrschende Material
bei Tür- und Fenstergewänden. Scheunentorbögen sowie Dorfbrunnen und trägt
somit zum charakteristischen Bild dieser Dörfer bei. So bezog z.B. der Steinhauermeister
Mathäus Abt aus Istein 1767 und 1769 für zwei der schönsten spätbarok-
ken Markgräfler Dorfbrunnen in Blansingen und Tüllingen Buntsandstein aus
Steinerner und Hauinger Steingruben.11 Sehr früh nutzten auch Basler Steinmetze
Steingruben im Hägelberger und Steinerner Bann.

Daß die Steingruben für die Vogtei Steinen im 16. Jahrhundert ein großer wirtschaftlicher
Faktor waren, zeigte sich auch, als Markgraf Ernst nach dem Bauernkrieg
1525 den Gemeinden auf ihre Beschwerden gewisse Erleichterungen zugestand
:

Die Vogtei Steinen forderte die Aufhebung des Zinses für die Steingruben, der
neben dem gewöhnlichen Zins für Güter noch besonders gegeben werden mußte.
Der Forderung wurde jedoch nicht stattgegeben, weil eine solche Regelung in
allen Obrigkeiten und Herrschaften bestehe.21

25


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0027