Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 74
(PDF, 30 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0076
Das Wiesental und Basel - eine Papiermacher-Symbiose

Peter F. Tschudin
Vortrag in der Stadtbibliothek Lörrach am 17.1.1993

1. Die Voraussetzungen

Wer eine Karte der Papiermühlen-Standorte in und um Basel aufmerksam betrachtet
, wird überrascht sein, im Wiesental ein Gegengewicht zu den linksrheinischen
Mühlen zu finden (Abb. 1). Die erste 1433 in Basel gegründete Papiermühle
, ein Unternehmen der Halbysen-Gruppe (wie wir heute sagen würden), stand
nicht etwa am Rhein oder an der Birs. sondern vor dem Kleinbasler Riehentor an
einem Arm des sogenannten Riehenteichs, eines von der Wiese abgeleiteten Kanals
. Diese Standortwahl nur mit der Verfügbarkeit eines Mühlengrundstücks erklären
zu wollen, wäre etwas einfach, besonders wenn man bedenkt, daß offenbar
nach den schmerzlichen Erfahrungen in den Kriegszeiten der 1440er Jahre Heinrich
Halbysen seine Papiermühle hinter die schützenden Stadtmauern ins St. Alban
-Tal an einen von der Birs abgezweigten Kanal verlegte.

Eine erste Erklärung findet sich in der Wasserqualität. Die Geologie des
Schwarzwaldes (Abb. 4) zeigt auf. daß vom Urgestein des Schwarzwaldmassivs
her weicheres Wasser gegen den Rhein strömt als aus dem Jura-Kalkgebirge. Der
Dinkelberg liefert zwar auch kalkhaltiges Wasser, doch zählt für den Papiermacher
die primäre Menge weichen, vom Gebirge herabfließenden Wassers, das nach
gehöriger Filtrierung auch als Betriebswasser gebraucht werden konnte. Die Kette
der Papiermühlen reicht von der Mündung der Wiese (beim Klybeckschloß) bis
hinauf nach Todtnau.

Damit ist einer der Gründe genannt, weshalb gerade im Wiesental so viele
Papiermühlen entstanden sind. Als weiterer Grund ist. parallel zur Lage der Papiermühlen
in Basel, die Verkehrslage zu erwähnen. Das Wiesental besitzt zwar
keine Haupt-Durchgangsroute, liegt aber ganz nahe am Rheintal und bietet eine
direkte Verbindung zum Rhein-Donau-Übergang in Richtung Donaueschingen.
Der einfache Zugang zur wichtigen europäischen Süd/Nord-Achse über Basel und
zum großen Basler Handelsnetz (Abb. 3) ist sicher einer der Grundpfeiler der zu
beschreibenden Symbiose.

Ein dritter, nicht weniger wichtiger Grund findet sich in den Territorialverhältnissen
(Abb.2). Rechtsrheinisch hatte Basel mit dem Erwerb von Kleinbasel 1392
seinen Brückenkopf gesichert. Während das obere Wiesental mit Rheinfelden und

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