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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 115
(PDF, 30 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0117
herrschaftliche Haus zu Grenzach baufällig sei und an dem Dach gegen die Straße
ein Stück abgerissen werden müsse.

Der Zustand des 1689 von den Franzosen schwer beschädigten Schlosses war
aber doch wohl schlimmer, als man ursprünglich angenommen hatte. 1744 erkannte
man nämlich, daß der gegen das Dorf stehende Flügel nicht mehr repariert
werden könne und daher abgebrochen werden müsse. Der andere sollte dagegen
wiederhergestellt werden.81 Nach dem Abbruch des größeren Flügels wird in der
Folgezeit das Schloß fast durchgehend nur noch ..Schlößle" genannt.

Als 1744 die Pachtzeit Nabers abgelaufen war. übernahm der Basler Neuhauswirt
Nikolaus Frantz das Gut für 6 Jahre bei einem jährlichen Pachtzins von 600
Gulden. Dieser hatte das Schlößle nur wegen der darauf ruhenden Wirtschaftsgerechtigkeit
gepachtet und übergab schon 1745 das Gut einem Unterpächter namens
Kaspar Fruttiger. In einem Schreiben vom 14. April 1746 teilte Frantz der
Regierung in Karlsruhe als Begründung mit. daß das Schlößle entgegen einem
diesbezüglichen Versprechen nicht repariert wurde und er dadurch keine Gäste
aufnehmen konnte. Deshalb habe er nun das ..Waldhorn" am Hörnle erbaut.9'

1749 wurde Nikolaus Frantz das Gut wieder abgenommen und für 9 Jahre an
Heinrich Dürrenberger von Lupsingen aus dem Baselbiet verpachtet. Doch schon
1752 verlieh man es wiederum für 9 Jahre an Hans Steiner aus Grenzach.

Bei diesem Anlaß schreibt der Lörracher Obervogt von Wallbrunn am 29. Februar
1752 an den Fürsten, das Schlößlein befinde sich in einem so baufälligen
Zustand, daß alle Reparaturen vergeblich seien, weil ein Stück nach dem anderen
einfalle. Aus einem Bericht des Burgvogts Kißling vom 7. Juli 1752 erfahren wir
dann, daß auch die Meierei baufällig sei.

Trotzdem übernahm Hans Steiner 1761 in einem neuen Vertrag für weitere 9
Jahre das Gut. Doch der Zustand des Hauses wurde immer schlimmer, und so ist
1765 von „einem alten, mehrentheils zusammengefallenen sogenannten Schlößle.
mit einem Karpfen Weyher umgeben" die Rede.101 Es verwundert deshalb nicht,
daß die Regierung das Schloßgut so schnell wie möglich loswerden wollte. Nachdem
ein Tausch mit dem nordbadischen Gut Heimbrunn gescheitert war. kam es
1767 zu einer stückweisen Versteigerung. Dabei erwarb die Gemeinde Grenzach
für 5.000 Gulden folgende Gebäulichkeiten: das Schlößle mit dem schlechtbeschaffenen
Meiereihaus, einen Schaf- und Pferdestall, eine Trotte und einen Wagenschopf
sowie eine Scheune mit zwei Reihen Ställen.

Die Gemeinde Überheß Hans Steiner zuerst noch pachtweise das Gut. doch bereits
im Januar 1769 erwarb es der Handelsmann und Tuchfabrikant Johannes Neef aus
Altstätten bei St. Gallen. Schon am 30. November 1768 hatte Neef ..um bürgerliche
Annahme nach Crentzach" nachgesucht und die markgräfliche Regierung gebeten,
„einen Wollen Handel daselbst treiben, und eine Tuch auch Zeug Fabrique anlegen
zu dürfen". Diesem Ersuchen stimmte die Regierung zu, und aus einem Schreiben
vom 25. Februar 1769 erfahren wir dann, daß Johannes Neef „das zu Grenzach
erkaufte Schlößlein" reparieren lassen möchte, um darin eine Fabrik zu eröffnen
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