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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 116
(PDF, 30 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0118
Als Johannes Neef 1781 im Alter von erst 40 Jahren verstarb, wurde das
Schlößle im Gasthaus „Zum Ziel" versteigert. Dabei erwarb es Johann Rudolf
Burckhardt. Tuchscherer und Bürger von Basel, für 8.250 Pfund. Am 31. Juli
1781 schrieb Burckhardt an den Markgrafen, daß ihm der verstorbene Fabrikant
Neef 8.250 Pfund schuldete, was ja genau der Kaufsumme für das Schlößle entsprach
. Burckhardt führt dann weiter aus, daß er gezwungen war zu bieten, um
sich einigermaßen schadlos zu halten. Daraus kann entnommen werden, daß der
Wollhandel des Johannes Neef nicht besonders floriert hat. Deswegen konnte er
wohl die versprochenen Reparaturen am Schlößle auch nicht durchführen, denn
im selben Brief an den Markgrafen führt Burckhardt aus. daß die Gebäude baufällig
und der Reparatur bedürftig seien. Als Burckhardt 1793 verstarb, hinterließ er
das Schlößle seiner Witwe. Aus einem Schreiben an den Markgrafen vom 31.
Oktober 1793 erfahren wir. daß sie u.a. wegen Unterbringung von österreichischen
Soldaten Auslagen gehabt hatte. Diese Einquartierung hing mit der Kriegserklärung
Frankreichs an Österreich vom 20. April 1792 zusammen, wodurch der
sogenannte Erste Koalitionskrieg ausbrach. 1796 wird dann berichtet, daß sich die
Witwe Burckhardts wieder verheiratet habe und sich im Schlößle aufhalte.

Nachher wird ein Hauptmann Heinrich Betterichard als Besitzer genannt, wobei
nicht erwähnt wird, wann und unter welchen Umständen er das Schlößle erworben
hat.

Dieser verkaufte das Gut 1812 für 9.500 Pfund an zwei Basler. nämlich an den
Handelsmann Friedrich Steiger und an seinen Schwiegersohn, den Weißgerber
Johann Jakob Imhof-Steiger. Anläßlich des Kaufs betonen beide, daß sie keine
Bewohner des Schlößles sein wollen, sondern sich im Herbst nur für einige Tage
dort aufhalten möchten. Deshalb würden sie auch kein Hintersassenrecht verlangen
und ihr Gewerbe in Basel weiterbetreiben.

Diese beiden werden in den Gerichtsprotokollen der Gemeinde Grenzach bis
1819 als ..Schlößlins Besitzer" genannt, doch von 1820 an wird diese Bezeichnung
nur noch auf Johann Jakob Imhof ansewandt.121 Da die Grenzacher Grundbücher
aus jener Zeit leider fehlen, kann nicht mehr festgestellt werden, aus welchem
Grund der Anteil Steigers um 1820 an Imhof überging. Es ist aber sehr wahrscheinlich
, daß Friedrich Steiger damals gestorben ist und sein Schwiegersohn
dadurch alleiniger Eigentümer wurde.

Die Imhof als Schloßbesitzer

Das Schlößle blieb nun bis 1913 im Besitz der Imhof. Da es sich bei dem
Weißgerber Johann Jakob Imhof und seinem gleichnamigen Sohn um bedeutende
Basler Bürger gehandelt hat und ihnen auch die Erhaltung des Schlößles zu verdanken
ist. seien sie hier näher vorgestellt.131

Der 1786 geborene und an der Gerbergasse wohnhafte Weißgerber Johann Jakob
Imhof stammte aus altem Basler Stadtgeschlecht. Als er 1807 Meister gewor-

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