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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 118
(PDF, 30 MB)
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Mutter Margaretha, geb. Steiger, verstarb. Im Gymnasium erhielt der Junge eine
gute humanistische Bildung, und einen dreijährigen Aufenthalt in Lausanne nutzte
er zu mathematischen Studien. Gerne hätte er einen technischen Beruf ergriffen,
doch sein Vater entschied, daß ein älterer Bruder die Gerberei weiterführen und er
sich zum Kaufmann ausbilden lassen sollte.

Schon als Knabe hatte er Unterricht im Zeichnen erhalten, und bei einem längeren
Aufenthalt in Paris erlernte er dort das topographische Zeichnen. Dies war
entscheidend für seinen weiteren außerberuflichen Werdegang, denn nachdem er
1842 in die Basler ..Künstlergesellschaff' eingetreten war, wurde er bereits ein
Jahr später in die Kommission der „Zeichnungs- und Modellierschule", der jetzigen
Gewerbeschule, gewählt.

In der „Künstlersesellschaft" übte er zuerst die Funktion eines Konservators
aus, doch schon 1845 bekleidete er das Amt des Präsidenten für dieses Jahr. Als
die Gesellschaft ein Gebäude für Ausstellungen und gesellschaftliche Zwecke
errichten wollte, aber dafür nicht senua Geld besaß, hatte Imhof die Idee, dieses

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aus den Einnahmen von 3 Fähren zwischen Groß- und Kleinbasel zu finanzieren.
1854 nahm dann die erste Fähre bei der Wettsteinbrücke ihren Betrieb auf. Diese
und die beiden später eingerichteten Fähren trugen mit ihren Überschüssen wesentlich
zum Bau der Kunsthalle bei.

Als sich 1863 die „Künstlergesellschaft" mit dem „Basier Kunstverein" vereinigte
, wurde Imhof die Leitung dieser Genossenschaft übertragen. In jener Funktion
erwarb er sich sanz besondere Verdienste um das Kunstleben der Stadt.

Seine politische Laufbahn begann schon 1843. als er in das Stadtpolizeigericht
berufen wurde. Dann folgte seine Tätigkeit als Stadtrat. Mitglied des Großen
Rates und als Civil- und Appellationsrichter.

Nach dem Tode seines Bruders mußte er die Gerberei zum Lohhof selbst übernehmen
. Dabei vertrat er entschieden die Interessen der Gerberzunft und hatte
auch lange deren Meisterstuhl inne.

1858 erfolgte dann seine Wahl in den Kleinen Rat. wobei der nunmehrige Ratsherr
Imhof vor allem im Baukollegium arbeitete.

Wegen seiner Verdienste mußte er mehrfach Stadt- und Eidgenossenschaft auswärts
vertreten. Dabei genoß er in Baden das Wohlwollen des Großherzogs, und
1873 wurde er als schweizerischer Kunstkommissär anläßlich der Weltausstellung
in Wien dem Kaiser Franz Joseph vorgestellt.

Johann Jakob Imhof war von 1840-71 mit Marie Forcart verheiratet. Nach deren
Tod vermählte er sich 1873 mit der verwitweten Johanna Amalia Rüsch. geb.
Jakob. Diese künstlerisch begabte Frau teilte seine Neigungen, und ihr Haus zum
Kirschgarten gestaltete sie zu einer kleinen Kunsthalle um.

Der vielbeschäftigte Mann suchte zu seiner Erholung immer wieder das Schlöß-
le in Grenzach auf. So schreibt er in seinen ungedruckten „Erinnerungen eines
Kunstfreundes": „Um der Übersättisuns und dem Getriebe der Stadt zu entfliehen,
nahm ich gerne meinen Aufenthalt in Grenzach. Da erfrischte sich mein Augenlicht
und mein Gemüt empfing poetische Labung".

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