Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 1)
1996
Seite: 189
(PDF, 30 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-01/0191
einem schwarzen Umhang und einer Totenmaske bekleidet und auf den Sockel gesprüht:
..Der Tod ist ein Meister aus Deutschland". Ein Foto dieser gespenstisch wirkenden Gestalt
dient als Titelbild des vorliegenden Buches und soll darauf hinweisen, in welchem politischen
Zusammenhang die Zerstörung Freiburg steht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete man in der Bundesrepublik oft auf öffentlichen
Plätzen Trauermale für das gemeinsame Gedenken an Gefallene. KZ-Insassen und Opfer des
Bombenkrieges. In Freiburg wurde das Denkmal am Waldsee von 1962 (Entwurf August
Storr) in einen größeren Zusammenhang gestellt: es sollte kein Siegesdenkmal oder Kriegerdenkmal
sein, sondern der Verständigung unter den Menschen dienen. Diese Gedenkstätte
wird bis heute als Hintergrund für pazifistisch motivierte Veranstaltungen gebraucht.

Andreas Weber (Jg. 1963) berichtet über „Kriegsgedenken nach dem Deutsch-Französischen
Krieg von 1870/71". Dieser Krieg lebte vor allem im Gedenken an die Staatsgründung
des Deutschen Reiches 1871 weiter. Die Verherrlichung des Militärischen stand im
Vordergrund. Daneben trat die Trauer über den Tod durch Kriegsgewalt zurück.

Christian Geinitz (Jg. 1968) ruft in seinem Artikel „Der vergessene Krieg" die Erinnerung
an die Bombenangriffe auf Freiburg im Ersten Weltkrieg wach. Die französischen
Flugzeuge trafen nicht nur militärische Ziele, sondern auch Wohnhäuser, was die Freiburger
Bevölkerung schwer erschütterte.

Volker Ilgen (Jg. 1954) geht dem „Krieg in Straßennamen" nach. Er berichtet, wie es
in Freiburg und anderen Städten zu Straßenbenennungen nach ..Kriegshelden'* wie Richthofen
. Boelcke. Adolf Spee oder nach unkämpften Orten wie Langemarck kam. Es gab um
diese Namen Auseinandersetzungen im Stadtrat und mit der Bevölkerung.

Holger Skor (Jg. 1966) nimmt die „Inszenierte Kriegserinnerung. Das deutsch-französische
Frontkämpfertreffen 1937 als nationalsozialistische(n) Propagandacoup" aufs Korn.

Er geht dabei auf die politischen Methoden der Nationalsozialisten ein und untersucht
den Begriff des ..Mythos"'. Skor stützt sich auf interessante Untersuchungen über diesen
Begriff und seinen Zusammenhang mit der Entstehung des Nationalsozialismus.

Schließlich meint Andreas Weber (Jg. 1963): „Ein Datum schleicht sich aus der
Erinnerung. Das Gedenken an die Zerstörung Freiburgs am 27. November 1944. "

2500 Tote gab es in Freiburg an diesem Tage. Bis 1958 standen individuelle Grabkreuze
auf dem Massengrab des Freiburger Hauptfriedhofs, in dem 1664 Tote beigesetzt worden
w aren. Diese Zeichen individueller Trauer wurden 1958 durch eine kollektive Gedenkstätte
ersetzt: rings um eine Grünfläche legte man Steinplatten mit den Namen der dort Begrabenen
. Dies zeigt eine allmählich wachsende Distanz der Freiburger Bevölkerung zu der
Zerstörung Freiburgs. In den achtziger Jahren wurde am Gedenktag des 27. November
1944 der Wiederaufbau Freiburgs betont, zugleich galt der Tag als Mahnung zu Frieden
und Abrüstung. Beim 50. Jahrestag 1994 trat der historische Charakter der Ereignisse noch
stärker hervor. Für die meisten heute lebenden Freiburger sei der 27. November 1944 ein
geschichtliches Datum, schreibt Andreas Weber.

Alle Aufsätze dieses Buches sind sehr interessant und lesenswert. Renate Reimann

Jahrbuch 1995 der Gutenberg-Gesellschaft
Int. Vereinigung für Geschichte und Gegenwart der Druckkunst e.V., Mainz

ISBN: 3-7755-1995-5

Zum Johannisfest 1995 konnte die Gutenberg-Gesellschaft den 70. (Jubiläums-) Band ihres
Gutenberg-Jahrbuches v orlegen. Die stattliche Reihe der Jahrbücher bildet inzwischen ein
wahres Kompendium der Druck- und Buchgeschichte der ganzen Welt.

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