Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 2)
1996
Seite: 23
(PDF, 35 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-02/0025
Schliengen, ein Dorf der Straßen

Rüdiger Hoffmann

Mit dem Titel ist nicht ein sogenanntes Straßendorf gemeint, denn bei einem
solchen gruppieren sich die Gehöfte beiderseits einer durchgehenden geraden
Straße, wobei meist das zum Bauernhof gehörige Land als breiter Streifen rechtwinklig
zur Straße ins Gelände zieht. Schliengen ist tatsächlich ein Haufendorf,
hat also einen unregelmäßigen Grundriß. Dieser wird bestimmt einerseits durch
den Hohlebach. der durch die Dorfmitte fließt, auch etwas durch den Mauchen-
bach. der von Osten, und durch das Schwefelbächle. das von Süden kommt, die
beide im Dorf in den Hohlebach münden. Und andererseits ist dieser Grundriß des
Dorfes bestimmt durch die verschiedenen Straßen, insbesondere durch die von
Norden nach Süden durchgehende Landstraße sowie durch Verbindungsstraßen zu
den Nachbarorten. Zu dem Wort Straße ist zu bemerken, daß früher unterschieden
wurde zwischen solchen innerhalb der Ortschaften, die „Gassen" genannt wurden,
und ..Wegen" zwischen den Ortschaften. ..Straßen" wurden nur solche Wegverbindungen
genannt, die größere Zentren miteinander verbanden, also Fernhandelsstraßen
und Militärstraßen. Im folgenden wird jedoch das Wort „Straße"' undifferenziert
benutzt.

Der Verlauf der Bäche und der Straßen Schliengens ist im wesentlichen bestimmt
durch die topographischen Gegebenheiten. Schliengen liegt einerseits am
Rand der Vorbergzone des Schwarzwaldes und andererseits am Rand der Oberrheinischen
Tiefebene, und zwar da. wo die Vorberse nach Westen bis zum Rhein
vorstoßen. Der sogenannte Schliengener Stich oder Schliengener Berg ist der
Nordaufstieg zu diesem Vorbergriegel. der sich rund 150 m über das Niveau der
Ebene erhebt. Bei Efringen befindet sich dann der Abstieg nach Süden. Dieser
Riegel ist bzw. war durch die Jahrtausende ein schweres Verkehrshindernis, da der
unregulierte Rhein im Westen Halt gebot und im Osten die Schwarzwaldberge.
Erst im 19. und 20. Jahrhundert wurde dieses Hindernis umgangen bzw. beseitigt:
durch den Eisenbahnbau um 1850. die Rheinregulierung zwischen 1850 und 1876
und durch den Autobahnbau Ende der 50er-Jahre unseres Jahrhunderts.

In alten Zeiten

Sie haben richtig gelesen, es geht nicht nur um Jahrhunderte, sondern um Jahrtausende
. Denn es waren nicht die Römer, die hier als erste Straßen zur Überwindung
dieses Hindernisses schufen, sondern wahrscheinlich schon die Kelten, die

23


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-02/0025