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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (58.1996, Heft 2)
1996
Seite: 64
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1996-02/0066
Der Zeitzeuge Johann Peter Hebel
und die Schlacht bei Schliengen (1796)

Petra Hinnenberger

Johann Peter Hebel lebte zur Zeit des 1. Koalitionskrieges als Gymnasiallehrer
in Karlsruhe. Bei einer Reise ins Oberland im Herbst 1796 erlebte er den Rückzug
der Franzosen unter Moreau.

Er berichtet im Brief an Karl Christian Gmelin " vom 6. November 1796 über
den aktuellen Zustand des Oberlandes:

„(-)

Vorgestern kam ich aus dem Oberlande zurück, und Sie sind nun wohl auf viele
Nachrichten aus ienen Gegenden begierig. Wärs Wunder, wenn ich Ihnen nur
wenige geben könnte, da ich fast die ganze Zeit in Lörrach blockirt war, und nur
den einzigen Paß in den Schweitzer Boden frey hatte? Den Gang der Hauptbegebenheiten
wißen Sie. Partikularitäten verlieren sich im Großen und werden unwichtig
. Also vom Zustande unsers lieben Oberlandes. Bey den unzähligen Einquartierungen
und Durchzügen der französischen Truppen, die den Unterländer
arm und muthlos gemacht hätten, blieben unsere Landsleute immer getrost; artig
und schonlich betrugen sich auch im ganzen die Franzosen. General des Enfants
der in Lörrach komandirte that dem Lande die wichtigsten Dienste. Als der Rückzug
der Franzosen aus Schwaben anfing, und ein großer Theil der Armee im
scheußlichsten Zustande nebst der ganzen unschätzbaren Menge der Beute und
des Raubs aller Art eine Woche lang von Rheinfelden herab durch Lörrach und
über den Tüllinger Berg nach Hüningen zog. fieng uns doch insgesamt zu grauen
an, zumal da wir auf fleißige Erkundigungen immer hören mußten, daß der
schlimmste Theil der Armee, die Arrieregarde unter General Tarreau noch zurück
sey, die wie ein Kehrbesen hinter der Armee her alles rein mache. Lange harrten
wir auf diese Ungeheuer, und trösteten uns mit des Enfants guten Versicherungen,
daß er die Stadt gewiß bewahren, und für die Dorfschaften thun wolle was möglich
sey. Indeßen hatte sich die fr. Hauptarmee durch die Hölle ins Breisgau
geworfen, und so lange diese nicht über den Rhein zurück war, mußte Tarreau
nicht nur bei den Waldstätten und über das Gebirg bis ins Wiesenthal stehen
bleiben, sondern es kam auch noch eine Colonne von 10.000 Mann die bereits
nach Hüningen marschirt war, von denen wir glaubten befreyt zu seyn, wider
zurück, um ienen zu verstärken, und die Passage nach Hüningen gegen die von
den Waldstätten her nachdrückenden Kayserlichen für die Hauptarmee offen zu
erhalten. Zum Glück war Morreaus Bleiben im Breisgau von keiner langen Dauer,
aber auch zur Besorgniß für Lörrach und das Wiesenthal waren auch die Kayserlichen
schon disseits Rheinfelden eine starke Stunde von Lörrach als Morr. noch

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