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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 11
(PDF, 34 MB)
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Altarschreiner Maier neben Auswärtigen, von denen v.a. Jakob Carl Stauder aus
Konstanz hervorzuheben ist. Zu den prächtigsten Werken in St. Trudpert zählt
auch die große Kanzel, die 1822 in Freiburs ersteigert wurde. Der "Herrgotts-
Schnitzer vom Schwarzwald"". Matthias Faller (1707-1791). fertigte sie ursprünglich
für das dortige Augustinerkloster, das ebenfalls 1806 säkularisiert wurde. Die
Kunstschätze der Freiburger Augustinerkirche mußten danach der Einrichtung des
ersten Stadttheaters weichen und wurden versteigert. Hier erwarb sie Pfarrer Maurus
Ortlieb als Ersatz für die baufällig gewordene Vorgängerkanzel, die zunächst
vom Münstertal nach Karlsruhe gelangte und seit 1919 spurlos verschwunden ist.

Die größte Ausstrahlungskraft der Kunstwerke in der ehemaligen Klosterkirche
haben die Arbeiten von Christoph Daniel Schenk (1633-1691). einst fürstbischöflicher
Hofbildhauer in Konstanz. Korrespondierend mit der heiter beschwingten
Kanzel des Schwarzwälders Faller. hängt gegenüber auf der Nordseite des Kirchenschiffes
ein erschütternd realistisches Kreuz, dessen Aussagekraft die tiefe
Religiosität der Entstehungszeit nachempfinden läßt. Der als "bester Bildhauer
weit und breit'" gerühmte Künstler schuf dieses gewaltige Kruzifix 1670 im Auftrag
von Abt Roman Edel vermutlich als Chorbogenkreuz in der ersten barocken
Aufbauphase des Klosters. Glücklicherweise konnten weitere Werke des hervorragenden
Künstlers in neuester Zeit entdeckt, renoviert und in den Seitenschiffnischen
aufgestellt werden.

Auch sehenswert ist das Prospekt der Orgel, das in der Zeit des Abtes Paul
Erhard (1757-1780) in der Klosterschreinerei entstand. In diesem reich verzierten
Gehäuse befindet sich seit 1963 ein Orgelwerk der Firma Klais aus Bonn.

"Somit vermitteln Architektur und Ausstattung der Klosterkirche von St. Trudpert
ein eindrucksvolles und harmonisches Bild barocker Kunst, hervorgerufen
durch handwerkliches Können und künstlerisches Einfühlungsvermögen. Sie dokumentiert
eine Synthese oberitalienischen und alemannischen Stilgefühls. Kirchbau
und Ausstattung haben zu einer reifen Ensembleleistung geführt." (Walter
Vetter. 1975)

4. Aufliebimg und Neubeginn

Wie mehrfach erwähnt, endet mit der im Reichsdeputationshauptschluß besiegelten
Säkularisation überall im Lande (mit Ausnahme Lichtental bei Baden-Baden
) das klösterliche Leben. In der "Kundmachung der Besitznahme des Breisgaus
durch Baden" ließ der eben gekürte Großherzog am 20.01.1806 verlauten.
"... daß infolge der Souveränität des Landesfürsten und der vom französischen
Kaiser desfalls ausdrücklich übernommenen Garantie sämtliche Breisgauische
Stifte und Klöster aufgehoben erklärt seien.""

Badische Kommissare kamen aus der Residenzstadt Karlsruhe ins Münstertal.
fertigten umfassende Inventar- und Bestandslisten, berechneten Aktiv- und Passivvermögen
, regelten den Verkauf der Liegenschaften und überwachten schließlich

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