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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 12
(PDF, 34 MB)
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den Abtransport der Bücher und Kunstschätze. Am 23.12.1806 traf die Verfügung
ein. daß der Konvent, dem damals noch 22 geistliche Personen angehörten, aufse-
löst sei. Abt Columban blieb, mit einer reichlichen Pension ausgestattet, im Münstertal
. Einige Mönche wurden Seelsorger in den umliegenden Dörfern, in denen
das Kloster früher Zehntrechte hatte, oder übernahmen Lehraufträge an der Universität
Freiburg.

Aus der großen Klosterkirche wurde die Pfarrkirche der neugegründeten Pfarrei
St. Trudpert. Sie steht seit dieser Zeit unter der Obhut des Staates. In der ehemaligen
Prälatur richtete man das Pfarrhaus ein. Hof- und Konventgebäude. Ökonomie
. Gartenhaus und Orangerie erwarb der Geheime Rat und Hofrichter Freiherr
Konrad von Andlaw. Er richtete darin sein "Schloß St. Trudpert" ein. Das ehemalige
Amtshaus, von Norden an die Kirche angebaut, war zunächst Wohnung des
Bergwerkdirektors, dann Forsthaus, bis es bedauerlicherweise 1838 abgerissen
wurde.

Später erbte Freiherr von Mentzing den Besitz der Familie Andlaw und verkaufte
1918 das "Schloß und Gut St. Trudpert" der "Kongregation der Schwestern
vom Hl. Joseph" aus St. Marx im Elsaß.

Diese Kongregation wurde 1845 als "... eine religiöse Jungfrauengenossenschaft
mit Benediktinerregel" gegründet und nannte sich ab 1862 nach ihrem Leitbild
"St. Josephschwestern zu St. Marx". Ihrem demütigen Vorbild St. Joseph, dem
Geiste christlicher Nächstenliebe und dem benediktinischen ora et labora verpflichtet
, sind entsprechend die Aufgaben der Schwestern in den Konstitutionen
zusammengefaßt: "Dem Herrn in seinen Brüdern und Schwestern zu dienen, ihnen
in jeglicher Not und Bedrängnis selbstlos zu helfen, um so - weniger in Worten als
in Werken - den Armen die frohe Botschaft zu bringen, nämlich die Botschaft von
der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes."

Viele Mitglieder der Kongregation in St. Marx stammten aus Baden. In den
Wirren der Zeit während und nach dem 1. Weltkrieg, als das Elsaß französisch
wurde, mußten sie viel Leid erdulden. Schließlich legte man ihnen nahe, das Land
zu verlassen.

Auf der Suche nach geeigneten Gebäuden für eine Niederlassung im rechtsrheinischen
Gebiet gelangten sie. auf Hinweis von Prälat Dr. Werthmann (Begründer
der Caritas), in das Münstertal. wo dann nach zähen und langwierigen Kaufverhandlungen
im Januar 1919 die alten Klostergebäude bezogen werden konnten.
Am 6. Juni 1920 erfolgte die Ernennung zum Provinzmutterhaus, das noch lose an
den Stammsitz St. Marx gebunden war.

Zunächst mußten umfangreiche Um- und Neubaumaßnahmen durchgeführt werden
. Man begann 1929 mit dem Neubau einer großen Klosterkirche, denn die
ehemalige wurde als Pfarrkirche genutzt. Es entstand ein imposanter Kuppelbau,
der allerdings wegen einer tiefgreifenden finanziellen Krise erst 1965 fertiggestellt
werden konnte. Weiter wurden ein neues Pfarrhaus und die figurenreiche Bal-
lustrade am Ende der Auffahrt zum Kloster errichtet. Alle Neuerungen fügen sich
herrvorragend in das barocke Gesamtbild des alten Klosters, denn der Architekt

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