Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 32
(PDF, 34 MB)
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druck hatten auch Hecker. der von Basel her sich kurz auf der Schusterinsel
aufhielt, und Struve, als er von Günterstal bei Freiburg hier vorbeikam.

So fand diese Episode nach drei Tagen ein rasches Ende, als die Nachricht vom
letzten Gefecht bei Dossenbach eintraf und man jeden Augenblick mit dem Eintreffen
der württembergischen Soldaten rechnen mußte. Gleichzeitig drängten
auch die Franzosen auf eine Räumung der Insel, zumal ihre Besetzung von französischer
Seite erfolgte und somit begünstigt wurde, was der Regierung bei ihrer
erklärt neutralen Haltung gegenüber Baden und dem Deutschen Bund nicht ganz
gleichgültig sein konnte.

Frankreich bot Asyl und Verpflegung für die Freischaren an. nur geladene Gewehre
durften nicht über die Grenze gebracht werden. Nach einer demonstrativen
Salve, die man in die Luft feuerte, wurde die Schusterinsel am 27. April gegen 21
Uhr wieder geräumt. Der letzte Akt des ersten badischen Aufstandes war zu Ende,
nachdem am Vormittag desselben Tages in Dossenbach bereits die militärische
Entscheidung gefallen war.

Zwischen April und September

Während dieses ersten badischen Aufstandes hatten die Kantone Basel-Land und
Basel-Stadt ihre Grenze zusätzlich durch Landwehrsoldaten gesichert, und auch in
Hüningen wurden am 25. April weitere 250 Mann zum Schutz der Schiffsbrücke
eingesetzt. In Lörrach zogen am 27. April württembergische Soldaten ein und
schlössen am 28. April die Grenze. Generalleutnant v. Miller schlug einstweilen hier
sein Hauptquartier auf. Die hohen Militärs beiderseits der Grenzen machten sich
gegenseitig mal hier, mal dort Ehrenbesuche. Am 4. Mai demonstrierte das 1. württembergische
Ulanenregiment und eine halbe Batterie auf dem damaligen Schützenplatz
(heute Bahnhof) mit einer glänzenden Parade vor Prinz Karl von Bayern, Prinz
Friedrich von Württemberg und Prinz Friedrich von Baden (dem späteren Großherzog
), daß der Spuk der Revolution nun endgültig vorbei sei.

Zuvor (1. Mai) wurden noch einige hundert Freischärler aus dem Gefecht von
Dossenbach im Gefängnisturm und in den alten Fruchtspeichern auf dem Burghof
gesammelt und nun unter starker Bewachung nach Rastatt gebracht. Auch im
Lörracher Spital befanden sich noch fünf Verwundete (aus Baden. Sachsen.
Schweiz, Frankreich. Rußland!) aus dem Gefecht von Dossenbach.

Zu fast diplomatischen Schwierigkeiten kam es damals, wegen kleiner Schlägereien
zwischen Basler Bürgern einerseits und Lörrachern sowie württembersi-
sehen Soldaten andererseits in Riehen. Trotz eines gerichtlichen Nachspiels wurde
die Schuldfrage zu niemandes Zufriedenheit geklärt, und die etwas erregten Presseartikel
auf beiden Seiten trugen auch nicht eben zu Frieden und Völkerverständigung
bei.

In den folgenden Wochen und Monaten war man mit der Wahl der Delegierten
ins neue Parlament beschäftigt, denn auf höchster Ebene gingen die Verantwortli-

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