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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 46
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0048
Die drei badischen Revolutionen von 1848/49
und ihre Auswirkungen auf Grenzach und Wyhlen

Erhard Richter
Allgemeiner Überblick

In den Jahren 1848 und 1849 kam es in Baden zu drei Aufständen gegen den
Großherzog, die sich auch auf Grenzach und z.T. auch auf Wyhlen auswirkten.
Wie war es zu diesen Freiheitsbewegungen gekommen?

Im Februar 1848 führte eine Revolution in Frankreich zum Sturz der Monarchie
und zur Einführung der Republik. Die damit verbundenen freiheitlichen Ideen verbreiteten
sich auch sehr schnell rechts des Rheines. Schon am 1. März 1848 brach
die erste badische Revolution aus. als freiheitlich gesinnte Männer unter Führung
von Friedrich Hecker und Gustav Struve in den Karlsruher Landtag eindrangen und
die Regierung die Erfüllung ihrer republikanischen Forderungen zusagen mußte.
Doch die Berufung von liberalen Ministern genügte einem Teil der Republikaner
nicht. Und so brach am 12. April 1848 am Bodensee der bewaffnete Aufstand los,
nachdem Hecker den "freien Volksstaat" und damit die Republik ausgerufen hatte.
Danach erfolgte der Zug der Freischärler über den Schwarzwald ins Wiesental.
wobei allerdings der erhoffte Zuzug aus der Bevölkerung ausblieb. Am 20. April
kam es dann auf der Scheideck bei Kandern zum Gefecht mit Regierungstruppen.
Obwohl beim ersten Schußwechsel der Kommandeur der regulären Einheiten. General
Friedrich von Gagem. tödlich getroffen wurde, liefen danach die Freischärler
vor den viel besser ausgerüsteten Soldaten kampflos davon. Hecker selbst floh in die
Schweiz, wo er zwei Monate im Muttenzer Gasthaus "Zum Schlüssel" wohnte. Am
8. September emigrierte er dann resigniert in die Vereinigten Staaten.

Wenige Tage nach dem Gefecht auf der Scheideck. am 23. April, unterlagen
auch zwei weitere revolutionäre Einheiten unter Gustav Struve und Franz Sigel
bei dem Versuch. Freiburg einzunehmen.

Das Unternehmen des Dichters Georg Herwegh mit seiner in Paris zusammengestellten
sogenannten "Deutschen demokratischen Legion" endete am 27. April
bei Dossenbach mit einer Niederlage gegen die Regierungstruppen.

Im September 1848 brach dann der zweite badische Aufstand aus. als der im
April in die Schweiz geflüchtete Struve bei Riehen die Grenze überschritt und am
21. September in Lörrach die erste "Deutsche Republik" ausrief. Doch nach der
Niederlage der Revolutionäre bei Staufen am 24. September war diese schon
wenige Tage später zu Ende. Struve selbst wurde auf seiner Flucht in die Schweiz
zusammen mit seiner Frau am 25. September in Wehr verhaftet. Damit war auch
der zweite badische Aufstand, der sogenannte "Struve-Putsch". gescheitert. Struve
wurde danach in einem Hochverratsprozeß zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.

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