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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 56
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0058
wirt für aufgehoben erklärt".20'Als dieser am 29. September 1852 seinem Schwager
Ernst Reinau das Gasthaus "Zum Bären" für dessen Drittel-Anteil am gegenüberliegenden
"Ziel" abtritt, ist Baden bei Zürich sein Aufenthaltsort.21*

Ob Friedrich Müller nachher wieder nach Grenzach zurückgekehrt ist, bleibt
unklar, denn die folgenden behördlichen Maßnahmen und Äußerungen können
sich auch auf einen Abwesenden beziehen.

Am 28. August 1862 teilt das Großherzogliche Bezirksamt Lörrach dem dortigen
Amtsrevisorat mit, daß "Friedrich Müller von Grenzach wegen Geisteskrankheit
entmündigt" wurde.22' 1863 heißt es dann von ihm: "ledig von hier"231, wobei
er aber nicht in Grenzach gewohnt haben muß. 1887 hat Müller noch gelebt, denn
damals finden wir folgenden Eintrag: "Georg Friedrich Müller ledig, unterm 31.
August 1862 ... wegen Geistesschwäche entmündigt".24' Als Vormund wurde sein
Schwager Ernst Friedrich Reinau eingesetzt.

Somit wissen wir von dem bekanntesten Grenzacher Teilnehmer an der Revolution
von 1848/49 nur. daß er 1862 - also mit 45 Jahren - wegen Geisteskrankheit
oder Geistesschwäche entmündigt wurde und 1887 noch lebte. Unklar bleibt dabei
auch, ob Müller wirklich derart krank gewesen ist oder ob sein Verhalten während
und nach der Revolution den Behörden nur einen willkommenen Anlaß zu dieser
Beurteilung bot. Eine Entmündigung dieser Art war ja bei einem im Ausland
lebenden Bürger leichter vorzunehmen als bei einem hier ansässigen. Und für eine
dauernde Abwesenheit Müllers von seinem Heimatort spricht auch, daß sein Tod
im betreffenden Grenzacher Kirchenbuch nicht verzeichnet ist.

Grenzacher Soldaten als Flüchtlinge in der Schweiz

Neben dem erwähnten Ludwig Herzog haben auch andere Grenzacher Soldaten
am Mai-Aufstand von 1849 teilgenommen. Im "Flüchtlings-Etat des Kantons Basel
Landschaft" und in den einschlägigen Meldungen an das Justiz- und Polizeidepartement
in Liestal werden für den Sommer 1849 einige Grenzacher aufgeführt,
die nach dem Scheitern des Aufstandes in die Schweiz geflohen sind. Im folgenden
fasse ich die in den Staatsarchiven Basel-Stadt und Basel-Landschaft (Liestal)
aufbewahrten und sich zum Teil ergänzenden Namenlisten zusammen:25'

Johann Ludwig Lienin, geb. 1824, (desertiert) Soldat im 2. Inf. Regiment. Kolonne
Sigel

Johann Lienin. geb. 1827 (desertiert) Soldat beim Leibregiment

Friedrich Lienin. geb 1828 (desertiert) Soldat beim L Kavallerieregiment. Kolonne
Blenker

Ludwig Lienin, Soldat beim Inf. Regiment Weber

Jacob Bremen, geb. 1823, Freischärler. War beim Bürgermilitär

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