Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 65
(PDF, 34 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Zugehörige Bände
Regionalia

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0067
Herweghs Legion zerstreute sich in alle Winde, ein Teil davon fand ebenfalls im
Kanton Basel-Landschaft Aufnahme, andere wurden von der Schweiz nach Frankreich
zurückgeschickt.

CT

Über das Schicksal der deutschen Flüchtlinge von 1848 in der Schweiz soll im
Zusammenhang mit der Ausstellung in Liestal berichtet werden.

Georg und Emma Herweghs wehere Lebensdaten von 1849-75

1849 ging Herwegh nach Genf, weil er die französische Polizei fürchtete. Das
französische Innenministerium verbot ihm die Rückkehr nach Paris. Er lebte kurze
Zeit in Zürich, dann 1850-51 in Nizza, zeitweise in Gesellschaft von Alexander
Herzen und seiner Frau Natalie, mit der ihn 1849/51 ein Liebesverhältnis verband.

1851-66 waren Emma und Georg Herwesh wieder in Zürich. In dieser Zeit

t_ CT

verkehrten Friedrich Liszt und Richard Wagner in ihrem Salon.

Aber Herwesh verlor trotzdem nicht den Kontakt zur Arbeiterschicht, denn er
verfaßte 1863. wie eingangs erwähnt wurde, das Bundeslied für den "Allgemeinen
Deutschen Arbeiterverein", dem er 1863 auch beitrat allerdings blieb er nur bis
1865 dabei. 1869 wurde er Mitglied der neugegründeten Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei .9|

Zwei Bemühungen Herweghs um Professuren in Neapel (1861) und Zürich
(1866) schlugen fehl. Die finanzielle Lage von Georg und Emma Herwegh war
verzweifelt. Dank einer Amnestie konnten sie nach Deutschland zurückkehren und
zogen nach Baden-Baden. Er lebte von journalistischen Arbeiten und von Übersetzungen
. 1871 wandte er sich gegen die Bismarcksche Politik und gegen den
Deutsch-Französischen Krieg. Im April 1875 starb er in Baden-Baden, 58 Jahre
alt. Emma Herwegh veranlaßte seine Beisetzung in Liestal. denn er wollte
in'Treier republikanischer Erde" begraben sein.

Auf dem 1904 erst nach dem Tode von Emma Herwegh erstellten Grabstein,
den man heute noch auf dem Friedhof von Liestal ansehen kann, steht:

"Von den Mächtigen verfolgt.
Von den Knechten gehaßt.
Von den Meisten verkannt.
Von den Seinen geliebt."

Entstehung und Aufbau des Henx egh-Archivs in Liestal

Herweghs Sohn Marcel (1858-1937) lebte als französischer Staatsbürger und
Musiker (Violinist) in Paris, er hat den schriftlichen Nachlaß seiner Eltern (Briefe.
Bilder. Handschriften. Bücher) zum großen Teil der Stadt Liestal überlassen, wohl
weil sich dort das Grab der Eltern befindet.

65


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0067