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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 87
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0089
Wie es sich für eine Kosmographie gehört, besinnt Münster mit einer geogra-
phischen Übersicht über das Land. Es teilt sich in das niedere und das obere Elsaß.
Letzteres grenzt an den Sundgau und besteht aus mehreren Herrschaften: das
Gebiet des Abtes von Murbach, die dem Bistum von Straßburg unterstellte Mun-
dat Rufach oder die habsburgische Landgrafschaft mit Ensisheim als Mittelpunkt
(524). Im Osten wird die Grenze durch den Rhein, im Westen durch die Vogesen
bestimmt; diese erstrecken sich von Thann bis in die Gegend von Weißenburg.
Dazwischen liegt eine Ebene von zwei bis fünf Meilen in der Breite. Den Vogesen
entspringen zahlreiche Gewässer, die dem Rhein zulaufen. Münster nennt die
Doller aus der Gegend von Masmünster, die Lauch bei Gebweiler, die Fecht bei
Türkheim, die Breusch von Schirmeck über Molsheim, die Zorn bei Zabern. die
Moder bei Hagenau. Die Sauer leiht dem Kloster Surburg ihren Namen: dies gilt
auch für Lauterburg, das sich nach der hinter Weißenburg entspringenden Lauter
nennt. Das bedeutendste Gewässer ist aber die III. die längs durchs Elsaß fließt,
vorbei an Mülhausen. Ensisheim. Colmar. Schlettstadt. Benfeld und Straßburg, wo
sie in den Rhein mündet, nachdem sie die aus den Gebirgen fließenden Gewässer
in sich aufgenommen hat. Beinahe überschwenglich preist Münster die Fruchtbarkeit
des Landes. Der Anbau von Wein und Getreide ernähre nicht allein die
Bewohner, sondern lasse auch den Export zu: Auf Wagen und Schiffen werde der
köstliche Wein in die Eidgenossenschaft, nach Schwaben und Bayern, ja bis in die
Niederlande verfrachtet. Getreide werde in die Schweiz, nach Lothringen und
Burgund geliefert. ..An den bergen kocht sich der gut wein, und auff der ebne
wechszt das korn und vi] fruchtbare obszbaum." Herrliche Wälder bedecken die
Berge. An die köstlichen Bergweiden erinnere schon der Münsterkäse. Im Lebertal
werde eine Menge Silber gefördert. Kurz, in ganz Deutschland gebe es keine
dem Elsaß vergleichbare Gegend. Guten Wein finde man zwar auch anderswo,
aber nicht solch ..volle brotkasten unnd lustige obszgärten". Am Fuße des Gebirgs
treffe man kaum eine Stelle an. die nicht mit Ortschaften. Weinbergen und Äckern
bebaut sei. Sogar in den sumpfigen Gebieten gegen den Rhein hin - Münster denkt
an das elsässische Ried - gebe es noch treffliche Weiden für das Vieh87'. Münster
sieht also die Vorzüge einer Landschaft hauptsächlich darin, daß sie vom Menschen
gestaltet und zudem noch dicht besiedelt ist. Beides trifft auf das Elsaß zu;
denn hier gibt es nicht nur unzählige Dörfer und Weiler, sondern nicht weniger als
46 bewehrte Städte, dazu 50 Schlösser, in den Bergen wie in der Ebene. Die
Bewohner sind arbeitsam; doch legen sie nichts für ihre Zukunft auf die Seite,
sondern sind es gewohnt, alles zu verbrauchen. Wenn daher einmal als Folge einer
Naturkatastrophe oder kriegerischer Ereignisse die Ernte ausbleibt, herrscht Mangel
und Teuerung im Land. In solchen Fällen werden die Bedürftigen von der
öffentlichen Hand unterstützt (525). Die Bevölkerung ist nicht einheitlich, sondern
setzt sich aus Schwaben. Bayern. Burgundern und Lothringern zusammen. Besonders
zahlreich sind die Schwaben. Wer gewillt ist. zum Aufbau des Landes beizutragen
, ist im Elsaß stets willkommen. Am fruchtbarsten ist die Gegend um Kay-
sersberg. Hier liegen die Städte Kaysersberg. Ammersclm eier und Kienzheim so

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