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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 104
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0106
der zweite Nachfolger Arbogasts geworden. Zur Zeit des Bischofs Reginhard wurde
Andlau gestiftet. Daß Hildesard von Büren, die Stamm-Mutter der Hohenstaufen, in
Schlettstadt St. Fides begründete, ist von Münster bereits erw ähnt worden; doch erst
im Zusammenhang mit den Straßburger Bischöfen ist vom Anteil ihres Sohnes, des
Bischofs Otto von Staufen, die Rede. Unter Heinrich von Hasenburg entstand das
Kloster Tüntenhausen am Fuß des Odilienbergs. übrigens, was Münster ver-
schweigt, eine Stiftung der berühmten Herrad von Landsberg (gest. 1195)112). Unter
dem Episkopat Bertholds von Bucheck 11328 - 1353) haben Straßburger Bürger die
Kartause ins Leben gerufen. Gleichfalls dem 14. Jahrhundert gehört ein markantes
Ereignis an. der Übergang der untern Landgrafschaft im Elsaß an das Bistum Straß-
bürg im Jahre 1359 l,3). Die beiden letzten Bischöfe, mit welchen Münster seine
Übersicht über die Straßburger Bischöfe zum Abschluß bringt, gehören bereits in
seine eigene Zeit: Wilhelm von Honstein, der sein Amt während 35 Jahren innehat
(1506 - 1541) und der auf ihn folgende Erasmus Schenk von Limburg. ..der ist
jetzundt der Straszburger geistlicher hirt" (558 - 560).

Zwischen die Beschreibung der Städte Colmar. Schlettstadt und Straßburg
schiebt Münster eher knapp gehaltene Beiträge über einzelne Kleinstädte. Schlösser
und Klöster ein.

Die Burg Hohenhattstadt. eine Meile von Rufach entfernt, soll 960 durch einen
Grafen von Kiburg erbaut worden sein. Zerstört wurde die Festung durch die
Bewohner der Stadt Münster im Gregohental im Dezember 1466. während sich
der Burgvogt in Herlisheim im Bad befand. Als nach achttägigem Brand der Turm
noch immer nicht einstürzen will, kommt es zu einem zweiten Auszug derer von
Münster: diesmal wird er untergraben und gesprengtll4'.

Noch dürftiger ist der Bericht über Egisheim ausgefallen. Daß dem Geschlecht
der Grafen von Egisheim in Leo IX. einer der tüchtigsten Reformpäpste des Hochmittelalters
entstammte, verschweigt Münster. Immerhin weiß er. daß ein Graf
von Egisheim an der Gründung des Zisterzienserklosters Paris beteiligt war. zusammen
mit Graf Ulrich v on Pfirt und Ulrich von Dagsburg. Volkskundlich interessant
ist die Bemerkung, daß Egisheim mundartlich E.xheim ausgesprochen werde
. In der Tat werden noch heute die von Münster erw ähnten über dem Städtchen
gelegenen drei Bergschlößchen die drei Exen genannt (549)II5). Inhaltsreicher ist
der Text über Münster im Gregoriental ausgefallen. Mönche, die im 6. Jahrhundert
aus Rom über die Alpen gekommen sind, hätten sich im Tal niedergelassen,
um auf schlichte Weise Gott zu dienen. 660 habe der austrasische König Childe-
rich (II.) eine Benediktinerabtei gestiftet, zu Ehren der heiligen Jungfrau, der
Apostel Petrus und Paulus und des hl. Gregorius. von dem das Tal seinen Namen
herleite. In karolingischer Zeit seien mehrere Äbte dieses Klosters Bischöfe von
Straßburg geworden, unter Otto III. brachte es ein Abt gar zum Erzbischof von
Besancon. Talschaft und Stadt Münster regieren gemeinsam und genießen Reichs-

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freiheit. Wegen des vorzüglichen Weidelands leben die Talbewohner vorwiegend
von der Viehwirtschaft. ..treiben auch in dem summer ir viech auff alle hohe der
bergen gleich wie im Schweitzer gebirg" "6).

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