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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 107
(PDF, 34 MB)
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vvolten zins. zehenden, zoll und aller dingen frey sein, zerbrachen und verbrenten
closter. Schlosser und was den edlen und geistlichen züsehort. Sie brachten auch
manche statt under sich." Ihren Anfang habe die Bewegung im Schwarzwald genommen
. Von hier aus habe sie sich über den Breisgau. das Elsaß, die Markgrafschaft
verbreitet und bald auch die Pfalz erfaßt, dazu Schwaben. Württemberg und
das Frankenland. Fürsten. Adlige. Bischöfe. Pfarrer. Mönche und Nonnen waren
nirgends mehr sicher, bis sich zuletzt Fürsten und Bischöfe zusammenschlössen, um
gemeinsam gegen die Aufrührer vorzugehen. Innerhalb von drei Monaten seien
schätzungsweise 10CT000 Bauern umgekommen. ,.Wan es schon halber so vil ist, ist
es dannocht ein grosse zal.*' Daß es den Gelehrten Münster schmerzt, wenn von den
Bauern viele gute Bücher in den Klöstern vernichtet werden, ist verständlich. Die
Anführer seien beinahe alle ergriffen und getötet worden (550/551)124'.

Nach diesem Exkurs kehrt Münster zur Beschreibung der einzelnen Örtlichkeiten
zurück. Nicht weit von Zabern liegen Stadt und Kloster Maursmünster.
Mauri monasterium. um 725 von Abt Maurus errichtet und von König Theuderich
(IV.) mit Privilegien ausgestattet. Ein weiteres Kloster in der Nähe Straßburgs ist
das von Landgraf Stephan gestiftete und nach ihm benannte Stephansfeld, nachmals
auch Stechfeld genannt. Ein Gründungsjahr konnte Münster nicht ausmachen
: doch ist ihm bekannt, daß dort Findelkinder aufgenommen und erzogen
werden 1H .

1074 oder nach andern 1117 ist die Benediktinerabtei Walburg im Forst von
Hagenau gestiftet worden, durch Dietrich Graf zu Mümpelgard oder, nach einer
andern Version, durch Herzog Friedrich von Schwaben und seine Gemahlin Ju-
dith. die Eltern Kaiser Barbarossasi:f".

Gleichfalls im Forst gelegen, entstand 1128. richtiger wohl 1133. das Zisterzienserkloster
Neuburg. ..sant Bernhards orden". von dem aus später das Zisterzienserkloster
Maulbronn ins Leben gerufen wurde127).

Hagenau war ein Dorf, von dem aus der Adel zur Jagd in den Forst aufzubrechen
pflegte, bevor es 1164 unter Barbarossa durch eine Ringmauer befestigt wurde.
Gleich Colmar. Schlettstadt und Kaysersberg wird auch Hagenau unter Kaiser
Friedrich II. durch Reichsvogt Wölflin rechtlich zur Stadt erhoben. Der Boden um
Hagenau ist sandig, im weiteren Umkreis dagegen fruchtbar. 1189 errichtet Barbarossa
die Spitalkirche und überträgt sie den Prämonstratensern. Wenn wir an die
Bedeutung denken, die Hagenau unter den staufischen Kaisern und später noch
unter den Habsbursem als Sitz der Reichsvostei hatte, so ist Münsters Bericht im
Grunde genommen enttäuschend. Mit keinem Wort wird der berühmten Kaiserpfalz
oder des stattlichen Baus der Georgskirche gedacht (560/561).I28).

Mit Hagenau schließt Münster sein umfangreiches Kapitel über das Elsaß ab.
Die weiter nördlich gelegenen Gebiete, zu denen auch die an der elsässisch-pfälzi-
schen Grenze gelegene Stadt und Abtei Weißenburg gehört, behandelt Münster in
einem neuen Kapitel, das die linksrheinischen Gegenden bis Mainz beschreibt. An
dieser Stelle halten auch wir inne und wenden uns im folgenden den Städten und
Landschaften rechts des Rheins zu.

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