Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 115
(PDF, 34 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0117
Die Gründung der Stadt Freiburg soll Herzog Berthold von Zähringen im Jahr
1112 vollzogen haben: nach anderer Überlieferung habe er ein schon bestehendes
Dorf zur freien Stadt erhoben. Daß er kurz vorher das Jahr 1118 genannt hat und
diese Datierung in anderem Zusammenhang indirekt bestätigt wird, scheint Münster
nicht zu stören. Im vierzehnten Jahr seiner Regierung, also 1120. habe Heinrich V.
auf der Grundlage des Kölner Stadtrechts Freiburgs Rechte und Freiheiten bestätigt.
Ein Verzeichnis von 35 Artikeln dieses Stadtrechts läßt Münster folgen (661/662)144'.

Bei seinem vorzeitigen Tod im Jahre 1122 läßt Berthold den Ausbau der Stadt
mit Mauern. Graben. Türmen und Toren unvollendet zurück. Sein Werk wird
unter seinem Nachfolger Konrad weitergeführt und unter Berthold (IV.) abgeschlossen
. Ein weiteres Mal ertappen wir Münster bei seiner eigenartigen Gewohnheit
, einander widersprechende Informationen kommentarlos nebeneinanderzustellen
. Einerseits behauptet er mit Berufung auf seine Freiburger Quelle, es sei
ebendieser Berthold gewesen, der im Jahr 1218 ohne männlichen Erben gestorben
sei; andrerseits bemerkt er. gestützt auf eine andere Überlieferung, durchaus richtig
, dieser Berthold habe einen Sohn gezeugt. Berthold V.. dessen Schwester
Agnes sich mit Graf Egon vermählt habe, ., der ein erb ward der herrschafften zu
Friburg" (622).

Das Verhältnis der Grafen von Freiburg zur Bürgerschaft, die sich in ihren
Freiheiten beeinträchtigt fühlt, ist nicht frei von Konflikten, die in der entscheidenden
Auseinandersetzung zwischen Graf Egon (IV.) und der Stadt 1366 ihren
Höhepunkt erreichen und zwei Jahre darauf ihren Abschluß finden. Reicher an
Details, als er dies schon zuvor getan, schildert Münster die Konfrontation zwischen
den Ansprüchen des Grafen und dem Streben der Bürger nach Selbständigkeit
145'. Auf den Rat seiner Mutter Anna von Signau plant Egon mit Hilfe von
Freunden, verstärkt durch Ritter und Knechte, im März 1366 einen nächtlichen
Überfall auf die Stadt, wobei er auf die Unterstützung durch einige Sympathisanten
in der Stadt zählen kann. Dies ist der Auftakt zu einem größeren Krieg, „darin
die dorffer verbrent und das volck beraubt und geschetzt ward". Bei dieser Gelegenheit
zerstören die Bürger die über der Stadt gelegene Burg. Im Bund mit
Basel. Neuenburg. Breisach und Kenzingen ziehen die Freiburger vor Endingen.
..Und was der herr von Jesenberg (Uesenberg) herr zu Endingen, der was grave
Egon helffer. und enthielt sich bei im diser grave." Durch ihren Mittelsmann.
Ritter Gerhard von Endingen, gelingt es ihnen, in der Umgebung zahlreiche
Helfer anzuwerben, was die verbündeten Städte zum Abzug veranlaßt. Diese
werden bis nach Breisach verfolgt, wobei gegen 1000 Mann erschlagen werden
und an die 300 in Gefangenschaft geraten. Etliche ertrinken im Rhein. Besonders
schwer sind die Verluste der Basler: ..Inn diser niderlag verloren die von
Basel vil burger unn kriegsrüstung." Der Krieg ist schwer und währt lang, so
daß auch „in sieben jaren umb die statt kein pflüg in die erden kam". Nochmals
geht Münster auf die für Freiburg so entscheidende Wende ein. den Verzicht
Egons auf seine Rechte über die Stadt gegen eine Entschädigung, die ihm den
Erwerb der Herrschaft Badenweiler ermöglicht. Dem Titel Graf zu Freiburg und

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