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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 136
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0138
..Fidel. Emil Friedrich, wohnhaft in Wien XVI.....

dem die niederösterreichische Landesbürgerschaft zugesi-
chert ist. wird ... aus dem Gemeindebürgerrecht Känerkin-
den. sowie aus dem Kantons- & Schweizerbürgerrecht entlassen
."

Er hatte es in seinem Leben auf drei Nationalitäten gebracht. Ein Sohn erster
Ehe setzte den Känerkindener Zweig der Fidel allerdings fort. Für die in Weil
gebliebenen Riehener Fidel wurde die Situation zunächst nicht einfacher. Das
deutsche Gesetz über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit
vom L Juni 1870 - vielleicht eine ..Lex Fidel*' - schrieb in § 18 vor. daß
eine Bürgerrechtsentlassung nur wirksam werde. ..wenn der Entlassene ... binnen
sechs Monaten vom Tage der Aushändigung der Entlassungs-Urkunde seinen
Wohnsitz außerhalb des Bundesgebietes verlest." Für die badischen Militärbehör-
den galten deswegen die jüngeren Söhne Friedrichs als Inländer. Das barg die
Gefahr in sich, zum Dienst im Deutschen Reich einrücken zu müssen: Vater
Fidels schlaue Rechnung schien nicht aufzugehen.

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Allzu schnell gab er sich jedoch nicht geschlagen. Zuviel hatte er investiert. Er
sprach im Basler Rathaus beim Bürgermeister vor und schrieb ihm zusätzlich am
5. Februar 1873 einen Brief, in dem er jammerte, er fände keinen Käufer für sein
Gut in Weil. Man riet ihm zur Verpachtung und zur Wohnsitznahme bei seinem
Sohn Adolph in Binningen. Friedrich Fidel folgte diesen Empfehlungen nicht,
wohl weil er nie im Ernst daran dachte. Weil zu verlassen. Nun drohte aber dem
nächsten Sohn. Friedrich Fidel (1853-1927). die Gefahr der Rekrutierung in Baden
. Gerade noch rechtzeitig gelang es dem Vater, in Riehen wenigstens eine
Wohnung zu mieten. Er bezog sie im April 1874 im Haus von Altbezirksschreiber
Wenk an der Weilstrasse. Da dieser - Theobald Wenk (1804-1858) - damals nicht
mehr lebte, liegt wohl eine Verwechslung mit dessen Schwiegersohn Johann Leonhard
Jentsch (1832-1901) vor. Vermutlich handelte es sich aber nur um eine
sogenannte Briefkastenadresse. Als nämlich die Mutter Maria Friederike - so heißt
sie offiziell in den Riehener Registern - Fidel geborene Ziegler am 4. Juni 1878 im
Alter von 53 Kli Jahren starb, geschah dies in Weil. Trotzdem gab es nun keine
Schwierigkeiten mehr: die jüngeren Söhne wurden anstandslos als Riehener und
Schweizer geführt, obwohl Friedrich junior und Reinhard Fidel (1854-1926) als
Landwirte in der Gemeinde ihrer Väter wohnen blieben. Markus wanderte 1882
nach Amerika aus, weswegen im Familienregister Riehen weitere Nachrichten
über ihn fehlen. Daß es bei diesen drei mit der Staatsangehörigkeit wenigstens aus
schweizerischer Sicht keine Probleme mehr gab. liegt wohl darin begründet, daß
sie alle ihre Schulzeit wenigstens teilweise in Riehen und eine eidgenössische
Rekrutenschule absolvierten. Der Riehener Friedrich Fidel segnete hochbetagt am
29. Mai 1907. ..89 2/3 Jahre alt", in Weil das Zeitliche. Wirklich in Riehen
gewohnt hat er vermutlich nie. Da im letzten Jahrhundert Bürgerinnen und Bürger
von der Einwohnerkontrolle unerfaßt blieben, kann man das aber nicht ganz genau

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