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Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 169
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0171
Hebels heiteres Gemüt hat offensichtlich einiges gut überspielt, zeigt uns aber
auch, daß er im Alter, und vielleicht schon von Krankheit gezeichnet, der frohe,
heitere Hebel geblieben ist.

CT

1812 weilte Hebel zum letzten Mal im Oberland, auch im Heimatort Hausen.
Dort wollte er eine Predist halten, doch machte Pfarrer Hofmann von seinem
Kanzelrecht Gebrauch.

Das hat Hebel sehr verärgert, und er betitelt Hofmann als Blitzableiter und
Bohnenstecken .

Hebel denkt in dieser Zeit auch zurück an Hertingen, wo er von 1780-1783
Hauslehrer bei Pfarrer Schlotterbeck war.

"O wie glücklich saß ich einst in Hertingen zwischen den Milchkänsterlein und
den nassen Strümpfen und Handzwehlen am Ofenstänglein."

Und nun sind wir also wieder im schmucken Dörflein Hertingen versammelt.

Ich möchte ganz persönlich den Hertinger und Kanderner Hebelfreunden und
dem Dorf Hertingen danken, daß sie in so einzigartiger Weise mit diesem "Hebelschoppen
" an diese Zeit Hebels hier im Markgräflerland erinnern, und ich freue
mich immer wieder, wenn ich zu dieser schlichten und doch so eindrucksvollen
Feier hier nach Hertingen kommen kann. Ich glaube, daß es nur wenige Jahre sind,
die ich beim "Hebelschoppen" ausgelassen habe.

Es wäre sicher eine Freude für Johann Peter Hebel, an seinem Gedenksonntag
im Oktober, so wie heute, hier im Kirchlein mitten unter uns zu sein und zu hören,
daß wir ihn. den heiteren Dichter und Volksfreund, nicht vergessen haben.

Ich glaube, er würde gerne in die Kirche kommen. Ganz im Gegenteil zu dem.
was er einmal aus seiner Karlsruher Zeit an Gustave Fecht berichtet hat:

.....aber ebenso fromm und gerührt kann ich auch sein, wenn ich den ganzen

Sonntagsmorgen in Beiertheim im Hirschen, im Grasgarten unter den Bäumen im
Freien bei einem halben Schöpplein Roten und Butterbrot in der Sonntagsstille,
unterbrochen von Glockengeläut und Bienensummen sitze und lese....'

Merke: Der Hausfreund denkt etwas dabei, aber er sagt's nicht!"

Lassen wir Hebel mit einem Vers zum Schluß noch einmal zu Wort kommen.
Den Vers, der für den heutigen Sonntagnachmittag in Hertingen auch Gültigkeit
haben soll:

Trost

Bai denk i: 's isch e bösi Zit,

und weger. 's End isch nümme wit;

bal denk i wider: Loß es goh.

wenn's gnueg isch, wird's scho änderst cho.

Doch wenn i näumen anegang

und's tönt mer Lied und Vogelsang.

se mein i fast, i hör e Stimm:

Bis zfride! 's isch jo rät so schlimm!

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