Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (60.1998, Heft 1)
1998
Seite: 173
(PDF, 34 MB)
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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/mgl-1998-01/0175
geboren. Aber schon eineinhalb Jahre später ist die junge Familie wieder in der
Kirchengemeinde Sitterdorf TG nachweisbar. Am 20.2.1726 wird in Oberegg.
einem Dorf zwischen Rotzenwil und Sitterdorf, nahe dem Geburtsort von JMG
und politisch auch zu Muolen gehörig, ein Sohn Joannes geboren. Im Jahr darauf,
am 12.4.1727. erhält JMG von der Verwaltung der Abtei gegen jährliche Gebühr
die Bewilligung für die Errichtung einer Haushofstatt in Obere22.i:' Am 14.1.1728
kommt in Oberegg der zweite Sohn Johann Ulrich zur Welt. Zwei weitere Kinder.
Anna Barbara (* und t 1731 Oberegg) und Joan Martin (* 1739. f 1742 Oberegg)
kommen nicht über das Kindesalter hinaus. Die am 27.7.1734 ebenfalls in Oberegg
geborene Maria G. wird am 20.4.1745 als "Virgo" unter den Toten im KB Schönau
aufgeführt (s.o.). Zwischen 1737 und 1742 werden sowohl JMG als auch
seine Ehefrau Anna Maria Dörflinser im KB von Sitterdorf wiederholt als Paten
aus Oberegg erwähnt. Ob die gesamte Familie bereits Mitte der 40er Jahre wieder
nach Schönau übersiedelte, oder ob die Tochter Maria auf einer Reise zu den
Verwandten in Schönau gestorben ist. oder ob der "Chirurg", ihr Vater, sein Handwerk
ambulant zwischen Oberegg und Schönau betrieben hat. kann ich nicht
entscheiden. Immerhin werden zwischen 1731 und 1748 wiederholt Grundstückskäufe
in Schönau protokolliert, wobei es heißt "Joannes German in der Entenschwand
". Hatte JMG einen doppelten Wohnsitz? Zog er zwischen der Schweiz
und dem Südschwarzwald hin und her? Waren diese Wanderungen beruflich und
damit finanziell bedingt oder sah er im Schwarzwald bessere Bedingungen, um
Grundstücke zu erwerben als im dichter besiedelten Raum Muolen-Sitterdorf?
Vielleicht war es sein Ziel, die Familie seßhaft zu machen?

Möglicherweise sah er seine beruflichen Möglichkeiten als handwerklicher
Wundarzt aber auch durch das aufstrebende Medizinalwesen im Thurgau bedroht.
Wie L. Ort (Wädensweiler)1, anführt, wirkten in Bischofszell, wenige Kilometer
von Oberegg. dem Wohnsitz von JMG entfernt, zur gleichen Zeit gelehrte Ärzte,
wie z.B. Jacob Christoph Scherb (1712-1748) und Jacob Christoph Scherb (1736-
1811). Für diese Übergangszeit vom Handwerker zum akademisch ausgebildeten
Arzt ist die Arbeit von E. Th. NauckUl sowie die Dissertation von M. Gaberthüel15'
recht instruktiv. Die letztgenannte Arbeit geht (S. 4) auch auf die Ausbildung der
"Barbier-Chirurgen" ein. L. Ort'6' berichtet außerdem über die Einteilung der Ärzte
und Wundärzte in verschiedene Klassen und über die Wundärzte.

Spätestens am 9.1.1749 wird es jedoch bei JMG mit dem Umzug von Oberegg
nach Entenschwand bei Schönau ernst. An diesem Tag wird in Oberegg ein Verkaufsvertrag
über das Haus am Tobel in Oberegg bei Bischofszell "...samt grünt ..
tüchtig Holtz ... Hausrath ... usw " geschlossen, welchen Josef Fridolin German als
Ammann (aus Familie 3. s.o.) zeichnet.'" In diesem Vertrag heißt es. daß Hans
Ulrich G.. der zweite Sohn von JMG. schon in Schönau im Schwarzwald wohne.
Vielleicht hat dieser Sohn neben seiner Chirurgentätigkeit die in Schönau gekauften
Grundstücke für den Vater bewirtschaftet?

Wenige Wochen nach dem Verkauf des Hauses usw. heiratet das älteste Kind,
die 1724 in Schönau getaufte Tochter Anna Catharina G. in der Kirche von Sitter-

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