Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (67.2005, Heft 1)
2005
Seite: 93
(PDF, 26 MB)
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Butterfass mit einer Spindel, dahinein kam der Rahm, dann musste man die Spindel
drehen, bis der Rahm klumpte - das war dann die Butter. Diese wurde durchgeknetet
und zu Halbpfündern geformt. Im Sommer eine schwierige Sache, denn
man hatte ja keinen Kühlschrank.

Ende Mai begann der Heuet. Da musste man das frisch gemähte Gras aufschütteln
, mit einer Gabel dann das am Tag vorher gemähte Gras ausbreiten, bis Mittag
war man soweit. Anschließend wurde das dürre Gras zusammengeschoben, auf
einen Leiterwagen aufgeladen und in die Scheune gebracht. Beim Abladen war es
sehr heiß, und es ging staubig zu. Dann kam wieder die Stallarbeit. So sah ein Tag
im Heuet aus. Je nach Wetter konnte es sich länger hinziehen, und man musste oft
auch am Sonntas Heu heimholen, ungern senus.

Die Reben machten nun viel Arbeit, sie wurden wieder gehackt und mit Stroh
aufgeheftet. Kartoffeln mussten gehackt und angehäufelt werden.

Ende Juli begann die Fruchternte. Da ging es heiß her. Bremen [Bremsen]
haben gestochen, das war eine Plase. und nachts dann die Schnaken. Man hatte
viel Durst, und ich habe immer viel Tee gekocht und in einer Milchkanne mitgenommen
. Nach der Getreideernte, die meistens 14 Tage dauerte, kam der zweite
Grasschnitt, das Öhmd. Anschließend wurde etwa die Hälfte des Getreides weggedroschen
. Kam die Ernte gut heim, gab es auch besseres Mehl, was sehr wichtig
war für eine Mühle.

Vor dem Krieg gab es noch keine Mähdrescher, denn die Ernte war durchweg
Handarbeit. Die gebundenen Garben stellte man zu Hocken auf. Zwischendurch
wurde der Schlepprechen gezogen. Trotzdem blieben noch Ähren liegen, die wir
Kinder auflasen. Wir bekamen für einen Büschel einen Pfennig.

Schon wieder stand dann eine Hackarbeit an: Ein kleinerer Acker war mit weißen
Rüben angesät, die erst wachsen wollten, wenn eine Hacke darüber gegangen
war. Sie wurden als Viehfutter verwendet oder für uns mit Speck gekocht, was
aber nicht meine Leibspeise war.

Ab Ende Juli begann die Kartoffelernte. Die Knollen wurden mit der Hacke herausgebuddelt
. Erst die frühen Sorten, anschließend die späten, welche am besten
schmeckten. Den Rest bekamen die Schweine. Die Kartoffel war ein sehr wichtiges
Nahrungsmittel und auch eine gute Einnahmequelle.

Ganz früher gab es schon mal Hungersnöte, aber seit dem wir die Kartoffel
haben traten diese nicht mehr auf. Dann kam die Ernte der Dickrüben, die ausgezogen
, geputzt und von Blättern befreit, auf Haufen gestapelt und mit Stroh
und Erde abgedeckt wurden. Das war Obst für das Vieh. Dann musste noch das
Krautland (Bündi) abgeräumt und das Gemüse nach Hause geschafft werden, so
dass man im Winter alles daheim hatte. Das Land wurde umgepflügt und über
den Winter brach liegen gelassen. Zwischendurch wurde Mist ausgefahren und
auf den Wiesen ausgebreitet, denn es gab dafür noch keine Miststreuer. Es musste
nun das Getreide gedroschen werden. Der Weizen für das kommende Jahr wurde
im Herbst. Ende Oktober, ausgesät. Dann holte man schließlich noch die weißen
Rüben heim, welche im Stall geputzt wurden, weil es draußen zu kalt war.

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