Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4688,fm
Das Markgräflerland: Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur (67.2005, Heft 1)
2005
Seite: 127
(PDF, 26 MB)
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stand von 1500 Klaftern, knapp 3 km, vom Rhein entfernt keine Wohnstätten errichteten
.25 Tallard ordnete demnach eine Sperrzone längs des Stroms an. ähnlich
wie sie nach dem 1. Weltkrieg angeordnet wurde. In der Stadt herrschte jetzt ein
solches Chaos, dass man mit Fahrzeugen nicht mehr durchkam und daher vieles
zurücklassen musste.26' Als letzten Tag in der Stadt hatte Tallard den 1. Mai angesetzt
. Ein Teil der Soldaten verließ mit den Einwohnern ebenfalls den halb zerstörten
Ort und biwakierte außerhalb, bis das Zerstörungswerk vollendet war. Unser
französischer Berichterstatter vermerkte hierzu:

„Nachdem uns dieser Platz mehrere Passagen (über den Rhein) sowie den Zugang
nach Deutschland ermöglicht hat. erschien er dem König unnötig zu sein,
daher hat seine Majestät im Monat April des gegenwärtigen Jahres 1704 dessen
Zerstörung befohlen. Und zwar nicht nur der Festungswerke, sondern auch der
Häuser bis zu den Kellern, damit auch nicht eine Spur davon übrig bleibt. Sogar
die Gewölbe der Keller sind eingeschlagen worden und die Brunnen mit Schutt
verfüllt, damit dort niemals mehr Behausungen entstehen, zumindest während des
Kriegs.*"2" Die Franzosen leisteten ganze Arbeit. Damigny berichtete am 8. Mai.
dass sie die Stadt verlassen, die Brücke abgerissen und nicht die geringste Spur der
ehemaligen Stadt und Festung übrig gelassen hätten.28' Darin täuschte er sich: Das
steinerne Kruzifix auf dem Friedhof bei der Pfarrkirche war - wenn auch leicht
beschädigt - stehen geblieben. Hätte der Blick des leidenden Heilands am Kreuz
die - ja ebenfalls katholischen - Franzosen an der Zerstörung gehindert? Das Kruzifix
aus dem Jahr 1520 überdauerte noch die nachfolgenden Kriege und ist heute
Mittelpunkt des Denkmals für die Gefallenen.

Abb. 5: Das Kruzifix. 1520 aufgestellt, ist das einzige
Überbleibsel der Zerstörung von 1704.

(Foto Stadt Neuenburg am Rhein)

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